Mittwoch, 13. Januar 2016

Gutmenschen und besorgte Bürger

Zum Unwort des Jahres 2015 haben Sprachwissenschaftler soeben den Begriff "Gutmensch" gewählt, weil mit ihm häufig in diffamierender Absicht Menschen bezeichnet würden, die sich freundlich und hilfsbereit zum Beispiel um Flüchtlinge kümmern. Ich kann diese Entscheidung der Jury nur aus vollem Herzen unterstützen: Es nervt kolossal, wenn hilfsbereite Menschen mit dem Begriff "Gutmensch" in eine dümmlich-naive Ecke gestellt, dadurch mundtot gemacht und für nicht diskussionswürdig befunden werden.

Noch besser hätte ich es aber gefunden, wenn die Jury diesmal gleich zwei Begriffe zu Unworten des Jahres gekürt hätten: den Begriff "Gutmensch" und den mittlerweile ebenso weit verbreiteten Begriff "besorgte Bürger". Die Bezeichnung "besorgte Bürger" nämlich wird - vor allem in den sozialen Netzwerken - meiner Beobachtung nach ebenso diffamierend gebraucht wie die des "Gutmenschen" - nur eben von anderen. Als "besorgte Bürger" werden die betitelt, die sich eben Sorgen machen: um ihr Land, ihre Kultur, ihre Familie, ihre Kinder - und die auf Grund dieser Sorgen eine andere politische Haltung einnehmen: zum Beispiel bei Pegida mitgehen oder die AfD wählen.

Beide Begriffe - "Gutmenschen" und "besorgte Bürger" - werden in diffamierender Weise und mit ebensolcher Absicht gebraucht, um den politischen Diskurs mit Andersdenkenden zu beenden, um sich nicht mit ihren Argumenten auseinandersetzen zu müssen, indem man sie von vornherein für nicht diskussionswürdig erklärt.

Freitag, 1. Januar 2016

Mit Kraft, Liebe und Besonnenheit ins neue Jahr

Wie gehe ich ins neue Jahr? Mit welcher Einstellung beginne ich das Jahr 2016?

Der Monatsspruch für Januar fordert mich heraus, zu überprüfen, auf wen ich  in diesem Jahr blicke und auf wen ich mein Vertrauen setze:

"Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben, sondern sein Geist erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit." (2. Timotheusbrief 1,7 nach Hoffnung für alle)

Blicke ich auf mich selbst - oder z.B. auf die Nachrichtenlage -, dann wird mir ganz schön mulmig zumute. Furcht bestimmt meinen Ausblick auf das neue Jahr:
  • Wie wird es in den Gemeinden weitergehen, in denen ich Dienst tue? Wird die Jugendgruppe in Altersbach wirklich funktionieren? Werden wir die Ladenkirche in Schmalkalden mit Menschen füllen und lebendig gestalten können? 
  • Wie wird es mit den Kindern in der Schule weitergehen? 
  • Und politisch: Werden in diesem Jahr erneut über eine Million Menschen aus anderen Kulturen - die meisten davon Muslime - in unser Land einwandern? Wie wird sich das Zusammenleben gestalten? Wie wird sich Deutschland und Europa dadurch verändern? 

Sorgen, Fragen, Furcht bstimmen meinen Ausblick auf das neue Jahr, wenn ich auf mich selbst blicke - oder auf unsere menschlichen Möglichkeiten.

Wie gut, dass unser Gott Wunder tun kann - und tut. Wie gut, dass ich ins neue Jahr gehen kann, indem ich Gott um seinen Geist bitte und meine Aufmerksamkeit auf ihn richte. Denn Gottes Geist erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit:
  • Kraft, um die Herausforderungen zu meistern, die auf uns zukommen. Ihnen mutig und nicht furchtsam entgegenzutreten. 
  • Liebe, um das Wesentliche am Leben nicht aus den Augen zu verlieren: die Menschen, mit denen wir leben und es zu tun haben.
  • Besonnenheit, um nicht in Panik zu verfallen, sondern sorgfältig die Situation zu analysieren und dann entschieden, aber angemessen zu handeln.  
Was brauche ich eigentlich mehr als diese drei Eigenschaften: Kraft, Liebe und Besonnenheit? Damit will mich Gottes Geist erfüllen, und darauf will ich im neuen Jahr blicken und mich verlassen.

Frohes neues Jahr.