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Eine Gemeinde mittendrin

Heute nun war es endlich so weit: Stühle, den Abendmahlstisch und unser Pult konnten wir in die "Ladenkirche" räumen, damit wir schon Weihnachten dort Gottesdienst feiern können. Aber der Reihe nach...

Am 1. September begann mein Dienst als Pastor der EmK Schmalkalden - und einen Tag vorher, am 30. August, wurde das Gemeindehaus verkauft. Nach zwei Gottesdiensten und einer Handvoll Kleingruppentreffen stand also Ausziehen auf dem Programm.

Die Gemeinde war entsprechend traurig - und ich natürlich auch. Dank der guten ökumenischen Beziehungen in Schmalkalden gelang es, Übergangslösungen zu organisieren: Mit unsern Kleingruppen konnten wir in der örtlichen Baptistengemeinde und mit den Gottesdiensten in einem evangelischen Gemeindehaus unterkommen. Es war aber klar, dass all das nur Zwischenlösungen sein konnten.

Wir dachten viel nach, beteten viel und dann... Dann bot uns die städtische Wohnungsbaugesellschaft ein leerstehendes Ladenlokal mitten in der Fachwerk-Altstadt von Schmalkalden zur Miete an.

Gemeindeleben in einem Laden? Zuerst waren nicht alle begeistert, aber nach und nach gewöhnten wir uns an den Gedanken. Ist eine "Ladenkirche" nicht auch eine Chance, Gemeinde ganz neu zu definieren - neu zu lernen, Gemeinde für andere zu sein? 

Und heute nun ist es so weit: Die Nebenräume sind zwar noch nicht fertig, wohl aber der große Hauptraum, in dem wir zukünftig unsere Gottesdienste feiern werden. Am Heiligabend um 5 ist Premiere.

Einige Freiwillige trafen sich heute Morgen schon und brachten alles das, was man für Gottesdienste so braucht, in den "Laden". Jetzt kann es also losgehen.

Ich habe in diesen vier Monaten Vertrauen gelernt und bin heute der festen Überzeugung, dass Gott auf diesem Weg mit uns ist. Er hat mit uns noch einges vor und führt uns auf neue Wege, Gemeinde zu sein - näher bei den Menschen, da, wo ihr Alltag stattfindet und wo sie zu hause sind. Gute Nachbarn wollen wir sein und Leben und Glauben mit den Menschen in Schmalkalden teilen.

Unser neues Gemeindezentrum werden wir also mit Leben füllen - Gottesdienste, Kleingruppen, Gebetstreffs und Lobpreisabende dorthin verlegen, unsern neuen Nachbarn gut zuhören und mit ihnen ins Gespräch kommen - um Gemeinde "mittendrin" zu sein.

Kommentare

  1. Gottes Segen für euch! Ich bin so gespannt, wie es bei euch weiter geht.
    Herzliche Grüße
    Birgitta

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