Dienstag, 1. Dezember 2015

Der König auf dem Esel

(Grundgedanken der Predigt vom 29.11.2015 in der EmK Altersbach und der EmK Schmalkalden)

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.“ (Sacharja 9,9)

Der 1. Advent stellt Jesus als den erwarteten König in die Mitte.

Was aber sage ich damit aus, wenn ich Jesus meinen König nenne?

1. Dieser König will dir dienen

Jesus ist anders, als alle andern Könige, die wir kennen: Er kommt, um zu dienen, nicht, um sich bedienen zu lassen.

Die einzige Krone, die Jesus je getragen hat, war eine aus Dornen. Und genau wie Sacharja es verheißt, reitet er auf einem Esel in Jerusalem ein – Zeichen eines demütigen Königs.

Jesus ist also der dienende König, und er will dir - gerade dir! - dienen. Wie will er dir dienen?

a) Jesus ist vollkommen gerecht.
Er erfüllt den Willen Gottes für seine Geschöpfe, der sich im Doppelgebot der Liebe ausdrückt, bis zum Schluss.

b) Dieser Gerechte will aber seine Gerechtigkeit nicht für sich behalten, sondern er will sie dir schenken. Er ist nicht nur der Gerechte schlechthin, sondern auch der Helfer schlechthin.

Lässt du dir von diesem König dienen? Lässt du dir seinen Dienst gefallen?

2. Dieser König will regieren

Schon klar, das will jeder König…

Aber dieser König will dein persönlicher König sein. Er regiert nicht über ein äußerliches Reich. Das ist seine Sache nicht.

Der König Jesus will keinen Staat erobern, sondern dein Herz. Das unterscheidet ihn zum Beispiel von Mohamed. Als die Leute ihn einmal zum irdischen König machen wollten, da „entzog er sich ihnen“.

Der König Jesus sagt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Mein Reich ist anders als andere Königreiche.

Nein, Jesus will keinen Staat erobern, sondern dein Herz. Unsere Herzen. Die aber will er im Sturm einnehmen, um durch uns die ganze Welt zu verändern.

Lässt du dein Herz von Jesus einnehmen? Lässt du ihn, durch seinen Geist in dir wohnen?

Wenn du das zulässt und ja dazu sagst, dann bist du ein Königskind. Du kannst ein Königskind sein. Jeder von uns kann ein Königskind sein. Du kannst es werden, wenn du dein Herz Jesus hinhältst, damit er als König darin regiert.

Als Königskind bin ich herausgefordert, alle Lebensbereiche meinem König zu unterstellen: die Religion, aber auch mein politisches Denken und Handeln, meine Finanzen, meine Liebe und Ehe, die Erziehung meiner Kinder, mein berufliches Engagement…

3. Dieser König war schon da und wird zugleich noch kommen. 

Über unsern König heißt es: Er ist es, der da war, der da ist und der da kommen wird. Um sein Kommen geht es im Advent.

Der König herrscht, aber er herrscht derzeit noch im Verborgenen.

Manchmal spüren wir seine Macht:
Heilungen geschehen.
Die Befreiung von Schuld wird wirklich erlebt.
Aber oft ist uns nur allzu deutlich, dass seine Königsherrschaft eine verborgene ist.
Oft siegt die Krankheit am Ende doch.
Krieg und Gewalt überall auf der Welt.

Auch wenn der König schon da ist, müssen wir doch auf ihn warten. Sein Reich ist schon da, es hat schon begonnen, aber es ist noch nicht vollendet, noch nicht endgültig offenbar.

Der Advent erinnert uns daran, dass wir Wartende sind: Königskinder, die darauf warten, dass die Herrschaft ihres Königs sich endgültig und für alle durchsetzen wird. Dass seine Werte alles durchwirken.

Siehe, sagt Sacharja, siehe, dein König kommt zu dir.
Biblisches Sehen ist Sehen mit dem Herzen.
Mit den Augen sehen wir Jesu Königsherrschaft heute oft noch nicht. Nur, wenn wir lernen, statt mit den Augen mit dem Herzen zu sehen, dann erkennen wir, wie er verborgen jetzt schon sein Reich baut,
indem er dient und
indem er die Herzen von Menschen erobert, um durch sie die Welt zu verwandeln.

Wir als Königskinder dürfen ein Teil dieser Bewegung des Königs sein und an seinem Reich mitbauen.

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