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Posts

Es werden Posts vom 2014 angezeigt.

Trainingslager für Ungeduldige

Vorfreude sei die schönste Freude, sagen manche. Ein beliebtes Sprichwort, das man oft hört. Für mich gilt das nicht. Geduld ist keine meiner herausragenden Gaben, und das Warten auf etwas, auf das ich mich freue, ist für mich kein Vergnügen, sondern oft eine Qual. Warten, das ist für mich im Normalfall nicht Vorfreude, sondern Sehnen, dass das Warten endlich ein Ende hat.

Überhaupt ist Geduld in unserer Gesellschaft ziemlich unmodern geworden. Alles soll schnell gehen und schnell fertig werden. Die Post klagt darüber, dass viel weniger Briefe und Postkarten als früher geschrieben werden. Wir schreiben E-Mails oder Whats-App-Nachrichten. Das geht einfach schneller. Statt „Gute Nacht“ schreib ich dann Gute N8, weils eben schneller geht, und manchmal tuts auch einfach ein Smily, sodass die Nachricht ganz ohne Worte auskommt. Ein Klick, und ich hab mitgeteilt, wie es mir geht. Schade, finde ich: Mit den Briefen, in Handschrift verfasst, also ganz persönlich, zum Anfassen und Aufbewahren …

Sterben und Auferstehen in der Meditation

An excerpt from John Main OSB, “Death and Resurrection,” MOMENT OF CHRIST (New York: Continuum, 1998), pp. 68-69. Übertragen ins Deutsche.
"Habt den Tod immer vor Augen", lehrte der Benedikt seine Mönche. In der modernen Welt verdrängen wir meist den Gedanken an den Tod, aber die christliche Tradition lehrt uns, dass, wenn wir weise werden wollen, wir uns bewusst werden müssen, dass wir "hier keine bleibende Stadt haben" und also sterben müssen.

Wir müssen darauf hören, was die Weisen der Gegenwart und der Vergangenheit uns zu sagen haben: Um das Leben zu verstehen, müssen wir den Tod verstehen. Die Notwendigkeit, über den Tod nachzudenken und zu reden ist für die "Kinder der Welt" schwer zu verstehen. Die Weisheit der Welt will uns nämlich ständig weismachen, wir seien unsterblich. Sie verführt uns dazu, unsere Augen vor unserer Sterblichkeit und der Endlichkeit unseres Leibes zu verschließen. Benedikt und die ganze christliche Tradition dagegen lehren, d…

Vor 25 Jahren

Es war unser erster gemeinsamer Urlaub als Paar. Vor ziemlich genau 25 Jahren ging es los. In Danis altem R4 brachen wir auf. Unser Ziel: Mücheln (Geiseltal) in der damals noch existierenden DDR - nahe Halle an der Saale. Nachts um 12 passierten wir reichlich nervös die Grenze bei Herleshausen.

Uns erwarteten 10 ungeheuer spannende Tage, die wir bei unsern Verwandten in Mücheln erleben durften. Wir besuchten zusammen wunderschöne Städte: Halle, Leipzig, Naumburg und und und. Überall, wo wir auch hinkamen, wurde diskutiert: über Demokratisierung, über Freiheit, über die Zukunft, über Veränderungen - und auch über Befürchtungen und Ängste. Die politischen Fragen des Landes waren allgegenwärtig - und es roch nach Revolution.

Mitten in unserm Urlaub dann der 9. November: die Grenzöffnung. Waren wir auf dem Hinweg an der Grenze noch streng kontrolliert und ins Verhör genommen worden, wurden wir 10 Tage später von nunmehr beschäftigungslosen Grenzpolizisten nur noch durchgewinkt - zusammen …

Schaffet, dass ihr selig werdet - Über geistliche Übungen

(Predigt in der EmK Detmold am 2. November 2014)

Der Predigttext für den Reformationstag, den wir vorgestern gefeiert haben, irritiert mich. Am 31. Oktober erinnern wir uns ja an Martin Luther und die andern Reformatoren und vergewissern uns, was denn an unserer Art zu glauben und mit Jesus zu leben, evangelisch ist. Da geht es dann inhaltlich meistens vor allem um die Rechtfertigung aus Glauben. Also darum, dass wir, um von Gott angenommen zu sein und gerechtgesprochen, nichts bringen müssen: keine guten Werke, keine Frömmigkeit oder Anständigkeit, keine Verdienste. Gott nimmt uns allein um des Glaubens willen an. Das ist die evangelische Kernbotschaft, die normalerweise am Reformationstag im Mittelpunkt der Predigten steht.

In diesem Jahr aber stammt der vorgeschlagene Predigttext aus dem 2. Kapitel des Philipperbriefes. Da schreibt Paulus in den Versen 12 und 13: „Schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch beides wirkt, das Wollen und das…

Domführung in Paderborn - Noch Plätze frei

Am kommenden Mittwoch, den 22. Oktober, besuchen wir mit einigen Leuten aus der EmK Detmold den Hohen Dom zu Paderborn. Wir haben eine Führung durch den Dom gebucht, für die noch einige wenige Plätze frei sind. Die Führung beginnt um 15 Uhr 15 und wird pro Teilnehmer(in) etwa 4 bis 5 Euro kosten.

Interessiert? Dann melde dich bei Uwe Hanis, detmold@emk.de oder 05231-23297

Einheit statt Uniformität

Paulus schreibt: „Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Ge­duld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einig­keit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ 
(Epheser 4,1-6)
So richtig gerne ermahnen lassen wir uns nicht, stimmts? Auch nicht von Paulus. Ich zumindest nicht. Ermahnung, das klingt mir zu sehr nach erhobenem Zeige­finger, und ich muss unwillkührlich an meine Mutter denken, die mich nie aus dem Haus gehen ließ ohne die Frage: „Junge, hast du auch ein Unterhemd an?“ Heute kann ich darüber schmunzeln, aber damals...

Trotz meiner Abneigung gegen erhobene Zeigefinger will ich die Worte des Apostels auf mich wirken lassen. Ihm geht es um die Einhe…

Herzliche Einladung zur Freizeit des Kirchlichen Unterrichts (im Distrikt Essen)

KU-Freizeit Herbst 2014 8.-10. Oktober in Recklinghausen „Gemeinsam unterwegs!“
Wann? Mittwoch, 08.10.14, 17 Uhr bis Freitag, 10.10.14, 14 Uhr

Wo?EmK Recklinghausen, Limperstraße 34, 45657 R'hausen

Was? Zusammen singen, beten, feiern, Gemeinschaft finden, reden und und und

Wie teuer? 60 Euro pro Person

Und das Beste ist: DU BIST HERZLICH EINGELADEN!

Die teilnehmenden Jugendlichen sollten gebracht und abgeholt wer­den. Ein Abholdienst vom Bahnhof Recklinghausen ist nach Absprache möglich.

Leitung: Pastorin Ruthild Steinert und Pastor Uwe Hanis, Fon 0163-3736467

Mitzubringen sind:

Schlafsack und ggf. LumaKleidung (auch für Regen), Waschzeug, Handtücherfeste SchuheHausschuheBibel und SchreibzeugKrankenkassenkarte!!
Wenn du ein Instrument spielst, kannst du es gerne mitbringen. Auch  Gesellschaftsspiele sind willkom­men.

Anmeldung:

Die verbindliche Anmeldung kann bis zum 30. September per Telefon oder E-Mail – gerne auch durch die Pastorin oder den Pastor – bei

Uwe Hanis
Mühlenstraße 16
32756…

Was bedeutet für uns in der Immanuelkirche Detmold "Evangelisch-methodistische Kirche"?

Evangelisch-methodistisch:  Was ist das denn? 
Evangelisch ist ja noch klar: Wir verstehen uns als Teil der evangelischen Kirchenfamilie, die in der Reformation ihren Ausgang nahm. Aber methodistisch? Was soll das heißen?

Methodistisch, das war zunächst eine spöttische Bezeichnung für eine Gruppe von Studenten um John und Charles Wesley in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England. Die Gruppe fiel durch einen konsequenten Lebensstil und eine hohe Disziplin auf. Neben intensivem Bibelstudium und gemeinsamem Beten waren ihnen vor allem die praktischen Dienste an Armen, Kranken, Arbeitslosen und Gefangenen wichtig. Deshalb wurden sie als Methodisten ver­spottet.

Aus der kleinen Studentengruppe wurde bald eine Erweckungsbewe­gung, die das Leben vieler Men­schen veränderte. Innerhalb weni­ger Jahrzehnte entstand daraus eine weltweite Kirche.

Heute gehören mehr als 70 Millio­nen Menschen weltweit zu einer methodistischen Kirche. Unsere Gemeinde gehört der United Me­thodist Church an,…

Über das Gebet der Sammlung / die Meditation

1.) Warum wir meditieren

(Ich beziehe mich in diesem Artikel vor allem auf die Art der Meditation, wie sie von Thomas Keating und anderen als Centering Prayer gelehrt wird. Weitere Infos zum Beispiel auf der Website www.contemplativeoutreach.org)

Es gibt nicht nur eine Art zu beten, sondern viele, stimmt`s? Manche davon sind sehr verbreitet und werden häufig geübt, andere dagegen weit weniger.

Wir im Westen zum Beispiel kennen vor allem das gesprochene Gebet. Beten ist demnach der Ausdruck unserer Gefühle und Gedanken in Worten vor Gott. Oder einfacher: Beten ist Reden mit Gott (meistens dann doch relativ einseitig verstanden im Sinne von Reden zu Gott).

Das Beten als Stillsein und Sich-Versenken in Gott dagegen, das ich Meditation nenne, ist in den Kirchen des Westens jahrhundertelang gar nicht oder nur sehr wenig gelehrt und geübt worden. Es ist in unsern Gemeinden deshalb heute weitgehend unbekannt.

Dabei hat die Meditation im Christentum eine lange Geschichte. Sie geht zurück auf d…

Über das Gebet der Sammlung - Von Basil Pennington

Von Basil Pennington, übersetzt von Uwe Hanis
Quelle: http://imagodeicommunity.ca/on-spiritual-issues/on-centering-prayer-by-fr-basil-pennington/

Das Gebet der Sammlung ist ein sehr einfacher Gebetsweg. Er kann von allen Menschen gegangen werden, die mit Gott zusammensein und seine Liebe und Gegenwart erfahren wollen. Das Beten führt uns auf einen Weg vom Verlangen nach Gemeinschaft mit Gott zur Erfahrung Seiner Gegenwart.

Als erstes setzen wir uns ruhig hin. Die meisten von uns können am besten im Sitzen beten. Es ist dir aber freigestellt, die Gebetshaltung zu wählen, die dir zusagt. Der Rücken sollte dabei möglichst gerade aufgerichtet sein. Wenn wir dann sanft unsere Augen schließen, beginnen wir sofort, ruhiger zu werden. Eine große Menge psychischer Energie verbrauchen wir nämlich normalerweise beim Sehen.

Wenn wir so sitzen und etwas ruhiger geworden sind, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Herrn, der in uns gegenwärtig ist. Wir wissen, dass Er in uns ist, weil wir es gl…

Christliche Meditation nach John Main - Teil 2

(Aus dem Buch "Radical Simplicity" von John Main - übersetzt von Uwe Hanis)
Die Berührung mit deinem Geist
Mehr und mehr Männer und Frauen in unserer Gesellschaft beginnen, zu verstehen, dass unsere persönlichen Probleme, genau wie die, denen wir als Gesellschaft gegenüberstehen, im Kern spiritueller Natur sind. Sie sehen, dass der menschliche Geist in materiellem Erfolg oder materiellem Wohlstand allein keine Erfüllung findet. Materieller Erfolg und Wohlstand sind nicht schlecht an und für sich, aber sie reichen einfach nicht aus, um den Menschen die Antworten zu geben, die sie brauchen. 
Viele empfinden, dass der Materialismus, in dem wir leben, ihren Geist förmlich erstickt. Viele sind frustriert, weil sie genau fühlen: Wir leben für Besseres als das. Wir wurden für Größeres erschaffen als dazu, nur zu überleben. 
Um uns selbst kennenzulernen, um uns zu verstehen, um dadurch fähig zu werden, unsere Probleme wirklich anzugehen, müssen wir in Berührung mit unserem Geist komm…

Christliche Meditation nach John Main - Teil 1

(Aus dem Buch "Radical Simplicity" von John Main - übersetzt von Uwe Hanis)

Wie du meditieren kannst

Um zu meditieren, musst du lernen, still zu sein. Meditation ist absolute Stille in Leib und Geist.

Die Stille des Leibes erreichen wir einfach dadurch, dass wir still sitzen. Wenn du also mit der Meditation beginnst, nimm dir zuerst einen Moment Zeit, um dich bequem hinzusetzen. Die einzige unverzichtbare Regel dabei ist, dass du mit aufrechtem Rücken sitzt. Das erste, was du zu lernen hast, ist, völlig still zu dazusitzen. Deine Augen sollten dabei sanft geschlossen sein.

Dann die Stille des Geistes. Der Weg zu dieser Stille besteht darin, innerlich, in der Tiefe deines Geistes, ein Wort oder einen kurzen Vers zu sprechen und fortwährend und treu zu wiederholen. Das Wort, das ich dir dafür empfehle, ist das aramäische Wort "Maranatha". (1)

Sprich es rein innerlich, d.h. bewege dabei nicht deine Lippen. Wiederhole dein Wort von Anfang bis Ende der Meditation. Lass a…

Hoffnung für Loser

(Predigt, gehalten im Gemeindepsychiatrischen Zentrum Detmold gpz am Ostermontag 2014)

Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Amen.
Meine Lieblings-Satirezeitschrift „Der Postillon“ titelte in dieser Woche: 97 % aller Deutschen sind dankbar dafür, dass Jesus für ein extralanges Wochenende gestorben ist. Das klingt zunächst mal ziemlich blasphemisch und einigermaßen geschmacklos. Ich weiß. Aber irgendwie stellt es mich auch in Frage: Was bedeutet mir denn Ostern wirklich? Was ist Ostern denn mehr als ein extralanges Wochenende?
Für mich ist Ostern mehr. Für mich ist Ostern - zusammen mit Weihnachten - das wichtigste Fest des Jahres. Warum das so ist und was Ostern für mich bedeutet, das kann ich am besten anhand der Ostergeschichte erklären, die wir gerade in der Lesung gehört haben.
„Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht. Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er …

Wüstenzeiten

(Predigt in der EmK Detmold am 09.03.2014)

Um die Wüste geht es im Evangelium für den heutigen ersten Sonntag der Passionszeit. Ich lese Matthäus 4,1-11:

“(1) Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. (2) Als er 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. 
(3) Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiel, dass aus diesen Steinen Brot wird. (4) Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. 
(5) Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel (6) und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab. Denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. (7) Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stelle…

Eine Frau voller Liebe

"Als Jesus in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen bei Tisch war, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbarem wohlriechendem Öl zu ihm und goss es über sein Haar. Die Jünger wurden unwillig, als die das sahen, und sagten: Wozu diese Verschwendung? Man hätte das Öl teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können. Jesus bemerkte ihren Unwillen und sagte zu ihnen: Warum  lasst ihr die Frau nicht in Ruhe? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. Als sie das Öl über mich goss, hat sie meinen Leib für das Begräbnis gesalbt. Amen, ich sage euch: Überall auf der Welt, wo dieses Evangelium verkündet wird, wird man sich an sie erinnern und erzählen, was sie getan hat." (Matthäus 26,4-13)

Gewalt, Vernichtung, Verrat und Machmissbrauch. Darum geht es in Matthäus 26 und auch in der heutigen Tagesschau. Die Mächtigen wollen Jesus aus dem Weg haben - diesen Störenfried - , ihn endlich zum Schweigen bringen…

... und zog in unsere Nachbarschaft

"Und das Wort Gottes wurde ein Mensch aus Fleisch und Blut und zog in unsere Nachbarschaft"
(Johannes 1,14 - The Message, ins Deutsche übertragen)
(Predigt, gehalten in der EmK Detmold am 02. März 2014)
“Dass in unserer Gemeinde gerade etwas aufbricht, merke ich,” sagt sie, als wir uns gegenübersitzen. “Ich spüre, dass da gerade was Neues entsteht, dass sich was bewegt. Aber ich weiß noch nicht so richtig, wohin uns das führt. Mir ist nicht nicht klar, wohin Gott mit uns geht.” Ich höre ihr zu und stelle fest: Mir geht es ganz ähnlich. Gott ist mit uns unterwegs. Wir spüren, dass er uns an die Hand nimmt und uns einen Weg zeigen will, den Menschen in Detmold zu dienen. Aber wie dieser Weg genau aussieht, das wissen wir noch nicht. Ein paar Tage später hab ich am Schreibtisch gesessen und auf der Website von Fresh Expressions gestöbert. Eine Menge Mutmachgeschichten gibt es da - deshalb besuche ich diese Website sehr gerne. Und eine davon hat mich an diesem Tag besonders an…

Bibellesen im Dialog mit Gott: Die Lectio Divina

(Predigt in der EmK Detmold am 23.02.2014)

Habt ihr den Wochenspruch noch im Ohr, liebe Schwestern und Brüder? “Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.” So die Mahnung aus Hebräer 3,15. Wenn ihr Gottes Stimme also wahrnehmt, dann folgt ihr auch und stellt euch nicht taub.

Ich habe meine Schwierigkeiten mit dieser Ermahnung. Nicht, weil sie falsch wäre, sondern weil ich den Eindruck habe, sie trifft nicht so richtig unser Problem heute. Das Wort setzt ja voraus, dass wir Gottes Stimme hören und sagt dann: Wenn ihr sie hört, dann folgt ihr auch. Aber stimmt diese Voraussetzung für uns überhaupt noch? Hören wir denn Gottes Stimme? Spricht er überhaupt zu uns? Und wenn ja: Nehmen wir seine Worte wahr? Spricht er unsere Sprache?

Besonders beim Lesen der Bibel scheint mir das unser Problem heute zu sein: Wir vernehmen dabei nur selten, wenn überhaupt, Gottes Wort an uns. Ich höre das zumindest oft so: “Mit der Bibellese tu ich mich im Moment sehr schwer. Die Texte …