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Es werden Posts vom März, 2013 angezeigt.

Kannst du Lasten abgeben?

(Predigt in der EmK Detmold am Karfreitag 2013)


Alles bei Jesus abgeben – so heißt unser Thema heute am Karfreitag.
Das mit dem Abgeben, das fällt vielen von uns – mich eingeschlossen – ganz schön schwer. Wir erledigen die Dinge lieber selbst. Ich zum Beispiel habe eine Zeit lang viel Mühe gespart, indem ich meine Hemden zum Bügeln weggegeben habe – an Profis. Das hat auch ganz gut geklappt, aber trotzdem bügel ich heute wieder selbst. Und das nicht nur aus lippischen Gründen, weil es sparsamer ist, sondern auch, weil ich mir einbilde, dass ich sie besser, ordentlicher bügel als die Profis. So sind wir, oder? Wir tragen die Lasten lieber selbst, statt sie abzugeben, weil wir denken, wir könnten das besser als andere.
Aber manches, was wir so mit uns rumtragen, ist eben doch ganz schön schwer. So schwer, dass es uns die Luft zum Atmen nimmt. Die Verantwortung für unsere Kinder zum Beispiel: Da liegen sie in unserer Hand, die kleinen Würmchen, und sind einfach nur süß. Und dann …

Esel wie du und ich

(Predigt in der EmK Detmold am 24.03.2013)


Heute noch muss ich schmunzeln, wenn ich an den Kosenamen denke, den meine Mutter meinem Vater verpasst hat. Sie hat ihn nicht so gerufen. Aber wenn sie ihm einen Brief geschrieben hat (und sie haben sich oft, vor allem zur Versöhnung nach einem Streit, kleine Zettelchen geschrieben), dann begann ihr Text mit den Worten: Mein lieber Esel. Komisch, oder?
Die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem – wir haben sie vorhin in der Lesung gehört – ist ziemlich bekannt. Die meisten von uns haben sie schon viele Male gehört. Und wie bei vielen Erzählungen über Jesu Leben unterscheiden sich die Evangelien dadurch voneinander, was und wie sie erzählen. Eins aber findet sich immer. Es war zu eindrücklich und seltsam, um es wegzulassen: Jesus reitet auf einem Esel in Jerusalem ein. Ausgerechnet auf einem Esel.
Was hat es mit diesem Esel auf sich? Dieser Frage möchte ich heute mit euch nachgehen. Was bedeutet dieser Esel aus der Palmsonntagserzählung? D…

Von Blinden und Sehenden

(Predigt in der EmK Detmold am 10. März 2013)


Seit einigen Jahren macht – vor allem, aber beileibe nicht nur in den USA – eine Form der Evangeliumsverkündigung von sich reden, die man allgemein „Wohlstandsevangelium“ nennt: Willst du, dass es dir richtig gutgeht?, wird dort gefragt. Willst du viel Geld verdienen, eine glückliche Ehe führen, willst du Gesundheit erleben und Erfolg in jeder Beziehung haben? Wenn ja, dann glaube an Jesus. Entscheide dich für ein Leben mit ihm, gib dich ihm hin. Er wird dir das alles schenken.
Viele kritisieren dieses „Wohlstandsevangelium“, zu recht, wie ich finde. Aber doch gewinnen die Gemeinden, in denen so gepredigt wird, immer mehr Anhänger und Fans. Sie predigen nicht nur Erfolg, sie sind auch erfolgreich. Ein Beispiel dafür, wie irreführend es sein kann, bei der Frage, ob eine Gemeinde Jesus verkündigt und lebt, zuerst auf die Zahlen zu sehen.
Jesus jedenfalls hatte wahrlich kein „Wohlstandsevangelium“ zu verkünden. Seine Predigt versprach all…

Krisenfest als Jünger leben

(Predigt in der EmK Detmold am 3. März 2013)


Das möchten wir, oder? Sturmsicher als Jünger Jesu leben. Sturmsicher, das heißt: krisenfest, nicht wetterwendisch, sondern auch in schwierigen Zeiten konsequent, authentisch und glaubwürdig Jünger Jesu sein. Aber wir wissen auch, dass das gar nicht einfach ist. Vergeben, wenn mir jemand fortwährend Unrecht tut ohne das geringste Schuldbewusstsein? Großzügig teilen, wenn der Monat in die zweite Hälfte geht und es auf dem Konto gar nicht mehr so rosig aussieht? Gott vertrauen und treu sein, wenn ein mir so wichtiges Gebet scheinbar nicht erhört wird? Das sind nur einige Beispiele von vielen, die zeigen: So einfach ist das nicht, Jünger Jesu zu sein, wenn die Sonne nicht scheint und das Leben es uns schwer macht. Aber wir wollen das – wirklich. Wir sehnen uns danach, so Jünger Jesu zu sein, dass Krisen und Schwierigkeiten uns nicht umhauen, sondern uns stärken.
Die gute Nachricht ist: Jesus weiß das. Ihm ist bewusst, dass das Leben…