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Es werden Posts vom 2013 angezeigt.

Vom Herzensgebet

(Predigt in der EmK Detmold am 10. November 2013)


Es ist schon ein etwas seltsames Buch, von dem ich euch gern erzählen will. Irgendwie geheimnisvoll und auf jeden Fall ungewöhnlich. Das fängt schon damit an, dass wir den Autor des Buches gar nicht kennen. Es wurde von senem Autor selbst gar nicht veröffentlicht, sondern irgendwann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Dritten gefunden, die es dann den Menschen zugänglich machten. Geschrieben wurde das Buch vermutlich um 1850 herum in Russland.
Aber trotz seiner geheinisvollen Entstehung – oder auch gerade deswegen – ist das Buch, um das es geht, eines der meistgelesenen und wirkungsmächtigsten christlichen Bücher der letzten 200 Jahre. In viele Sprachen wurde es übersetzt und viele Menschen haben aus dem Buch Dinge gelernt, die ihr Leben in unglaublicher Weise verändert haben. Im Deutschen liegt uns schon die 18. Auflage vor – herausgegeben vom Benediktinerpater Emmanuel Jungclaussen. Ich rede von den „Aufrichtigen Erzählu…

Die Macht der Vergebung

(Predigt in der EmK Detmold, gehalten am 27.10.2013)
„Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.“ Psalm 130,4
Katys Geschichte beginnt zu Silvester 1997. Aus dem Nachbarhaus dröhnt noch im Morgengrauen laute Musik. Katy ist genervt, genau wie ihr Ehemann. Irgendwann hält der es nicht mehr aus. Er steht auf und geht zur Tür. Katy fragt: „Was hast du vor?“ „Nichts weiter“, antwortet ihr Mann, „ich gehe nur rüber und werde die jungen Leute ganz höflich um Ruhe bitten.“ Katys Mann kommt nicht mehr wieder. Er wird auf der Party des Nachbarsjungen erschlagen. Erst vier Jahre später wird der Täter gefasst: ein junger Mann namens Ryan. Er gesteht schließlich, Katys Mann die tödlichen Fußtritte versetzt zu haben und kommt wegen Totschlags für fünf Jahre ins Gefängnis.
Katy erzählt: „Etwa eine Stunde nachdem Bob ermordet worden war, stand ich in der Notaufnahme neben seinem toten Körper. Dann ging ich nach Hause, um meinen vierjährigen Zwillingen Emma und Sam zu sagen, dass ihr Vater…

Ein Lob des Kleinglaubens

Predigt in der EmK Detmold am 8. September 2013

Hört den Predigttext für den heutigen Sonntag aus Lukas 17,5-6: Die Apostel baten den Herrn: Stärke unsern Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
Stärke unseren Glauben! So bitten die Apostel. Wie gut ich diese Bitte nachvollziehen kann. Ihr auch? Stärke unsern Glauben!
Ich denke da zum Beispiel an Ulla. Ulla ist Jahrgang 1948 und Lehrerin. Heute ist sie außer Dienst und lebt mal hiervon und mal davon. Sie hat ihr Leben nie so richtig in den Griff bekommen. Als 20-Jährige hat sie an der Uni die 68er-Studentenbewegung voll mitbekommen. Und sie hat kräftig mitgemischt. Ulla ist eine ausgesprochen sozial denkende Intellektuelle, bis heute. Nur auf dem Marsch durch die Institutionen ist sie nie angekommen, sondern irgendwie verlorengegangen. Ulla besuch…

Eine Frau zeigt ihre Liebe. Und du?

(Predigt in der EmK Detmold am 11. August 2013)

Es ist nicht weniger als ein handfester Skandal, von dem Lukas erzählt. Eine echte Ungeheuerlichkeit. Und zugleich ist es eine Begebenheit, die uns hilft, unseren Blick auf uns selbst zu richten, uns sozusagen mit den Augen Jesu zu sehen. Es geht um zwei Personen:
Zum Einen ist da Simon. Simon ist ein Pharisäer, ein frommer und gottesfürchtiger Mann. Und Simon ist auch einer, der einen offenen Sinn für Neues hat. Er verlässt sich nicht auf das, was er so hört. Er glaubt nicht den Gerüchten über andere. Er lehnt Jesus nicht ab, nur weil er einen schlechten Ruf hat. Nein, er will diesen Rabbi persönlich kennenlernen, sich davon überzeugen, was das für einer ist. Also: Ein gebildeter, frommer und offener Mensch begegnet uns in Simon.
Und dann ist da eine Frau. In unserer Erzählung wird sie nicht mit Namen vorgestellt. Nennen wir sie deshalb einfach Miriam. Von Miriam wird gesagt, sie sei eine Sünderin. Die meisten Ausleger vermuten in ihr…

Wer sucht hier eigentlich wen?

(Predigt in der EmK Detmold am 28. Juli 2013)

Ein unerwarteter Fund
Das passiert schonmal, oder? Das große Glück, dass wir was finden, was für uns sehr wertvoll ist. Und manchmal passiert es sogar gerade dann, wenn wir gar nicht damit rechnen – geschweige denn auf der Suche sind. Plötzlich hat es zwischen Dani und mir gefunkt, damals im Frühsommer 1989. Gerechnet haben wir damit beide nicht. Wir kannten uns schon lange und waren sehr vertraut – aber dass wir ein Paar werden... Es war wie in dem Lied: Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert, tausend und eine Nacht, und es hat Zoom gemacht. So ist das manchmal, wenn wir unerwartet Wertvolles finden. Genau von so einem Fund erzählt Jesus in unserem Predigttext.
Ich lese Matthäus 13,44: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß und kaufte den Acker.“
Eine tolle Geschichte, oder? Ich ste…

Therapie gegen die Furcht

(Predigt in der EmK Detmold am 07. Juli 2013)

Furcht – wer von uns kennt sie nicht? Die harmlose Furcht vor dem Zahnarzt, aber auch die Furcht vor Entlassung und Arbeitslosigkeit, die Furcht vor einem unangenehmen Gespräch, die Furcht vor dem Alleinsein, vor dem Rausgehen im Dunkeln, vor dem Sterben...
Furcht – das ist was anderes als Angst. Angst ist ein unangenehmes Gefühl ohne reale Ursache. Furcht dagegen hat immer einen realen Grund. Sie ist begründbar und angebracht. Das macht sie so schlimm. Ich habe Furcht vor dem Zahnarzt, weil ich genau weiß: Es wird weh tun. Ich habe Furcht vor der Entlassung, weil tatsächlich welche anstehen im Betrieb...
Furcht kann lähmen. Dann kriegst du nicht mehr auf die Reihe wegen deiner Furcht. Ein gutes Beispiel dafür sind die Leute, von denen manche Schuldnerberater erzählen: Aus Furcht vor den Rechnungen haben sie sie jahrelang ignoriert, bis es eben nicht mehr ging und die Pfändung vor der Tür stand. Statt mit ihren Gläubigern das Gespräch zu…

Monatsthema Heidelberger Katechismus

Nachmittage der Begegnung im Juli
Er ist sicher der bedeutendste deutschsprachige Katechismus der reformierten Tra­dition und wird in diesem Jahr 450 Jahre alt: der Heidelberger Katechismus. Anlass genug für uns, ihn etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Juli laden wir des­halb in der Immanuelkirche in Detmold zu zwei Nachmittagen der Begegnung über den Heidelberger ein:
Themenmonat „Der Heidelberger Katechismus“ Herzliche Einladung
10.07.1315-17 Uhr: Themen-Café „Was ist dein einziger Trost? - Eine Einführung in den Heidelberger Katechismus“ Ort: Immanuelkirche Detmold

24.07.13 15-18 Uhr: Ausflug nach Schötmar Besichtigung der Kilianskirche und Besuch der Wanderausstellung „450 Jahre Heidelberger Katechismus“ Treff: 15 Uhr an der Immanuelkirche zum Bilden von Fahrgemeinschaften

Kontakt: Uwe Hanis, Tel. 05231-23297, detmold@emk.de