Mittwoch, 27. Juni 2012

Im Cafe'

Eine Gruppe Oberstufenschüler in der Freistunde. Sie flirten, reden über die Schule, schimpfen über ihre Lehrer, machen sich gegenseitig Mut für die Prüfungen, die ihnen bevorstehen.

Ein Mann um die 40 liest Zeitungen. Er scheint, die Nachrichten zu verschlingen und arbeitet innerhalb einer Stunde 3 verschiedene Blätter durch.

Ein junges Paar sitzt sich gegenüber. Beide lehnen sich auf den Tisch, um möglichst eng beieinander zu sein. Oft spielen ihre Hände beim Reden miteinander. Frisch verliebt?

Eine Gruppe von um die 60-Jährigen trifft sich nach dem Markt hier in der Sofa-Ecke. Sie haben sie extra reservieren lassen und lassen den Einkaufsbummel mit Gesprächen über Politik, ihre Kinder und Enkel und dies und das ausklingen.

Zwei Frauen in meinem Alter haben sich hier verabredet. Sie sehen aus, als betrieben sie eine Verschwörung. Sie sprechen leise. Das, worüber sie reden, scheint wichtig und geheim zu sein.

Manche kommen nur schnell auf einen kleinen Kaffee zum Durchatmen. So schnell wie sie kommen sind sie auch wieder weg.

Da kommt die nächste Gruppe Oberstufenschüler. "Jetzt lösen wir euch ab", lachen sie denen zu, die gerade wieder gehen (müssen) und flezen sich gemütlich in die warmgehaltene Sitzecke.

Dazwischen ich. "Pastor goes Pompano". Erst bin ich allein und arbeite an meiner nächsten Predigt. Nicht am Schreibtisch, sondern hier im Cafe' zu arbeiten, macht Spaß. Mitten im Leben sozusagen.

Und dann, nach einer dreiviertel Stunde, traut sich tatsächlich jemand hierhin, der mit mir reden möchte. Bei einer Tasse Cafe Latte tauschen wir uns aus und kommen uns näher. Wir tauchen ein in das Gesprächsgewirr des Cafes. Anders als ich befürchtete ist es durchaus nicht schwer, in der Cafe-Atmosphäre über Persönliches und den Glauben zu sprechen. Im Gegenteil.

Und dann beim Gehen ist er wieder da, dieser Gedanke, der mich so beschäftigt: Wie wäre das, wenn Kirche nicht ein Gebäude wäre, sondern eine Bewegung mitten in der Stadt? Wenn wir uns nicht abseits treffen und die Menschen zu uns einladen würden, sondern da hingingen und Gemeinde wären, wo die Menschen schon sind und leben und lachen und flirten und diskutieren? Mit anderen Worten: Wie wäre das, wenn wir es so machen würden wie Jesus? "Und das Wort wurde Fleisch und wohnte mitten unter uns."

Sonntag, 24. Juni 2012

Von Schafen und dem Gott, der sucht

Wann hast du zuletzt Schafe gesehen? Für uns ist das kein alltägliches Bild, oder? Bei mir ist es Jahre her. Wir haben in Ostfriesland Urlaub gemacht, und da gab es sie recht häufig. Aber sonst... In der Umwelt Jesu war das wohl ganz anders. Jedenfalls deutet die Häufigkeit, mit der die Bibel von Schafen erzählt und sie als Bild benutzt, darauf hin. Weidende Schafe ghörten zum Alltag. Auch Jesus gebraucht Schafe als Bild für das Himmelreich, für die Herrschaft Gottes.

Ich mag die sogenannten Gleichnisse, die Bilder, die Jesus mit Worten malt. Jesus entwirft keine systematische Theologie, kein dogmatisches Lehrgebäude, sondern er erzählt. Und besonders gern erzählt er in Bildern. So, sagt er dann, ist Gott. Und so ist Gottes Reich. So ist es, wenn Gott die Herrschaft übernimmt. Über eines dieser Bilder, nämlich über das vom verlorenen Schaf, will ich heute mit euch nachdenken.

Jesus erzählt vom verlorenen Schaf nicht einfach so, aus dem Blauen heraus, sondern ganz bewusst in einer besonderen Situation. Das kam so:

Jesus hatte die Angewohnheit, mit Sündern, also unmoralischen Leuten, zu essen und zu feiern. Er suchte ihre Gesellschaft, hörte ihnen zu, lachte mit ihnen und erzählte ihnen von Gott. Und diese Sünder hörten Jesus gerne zu. Die Frommen aber, die Pharisäer und Schriftgelehrten, sahen das gar nicht gern. Sie regten sich auf: Der nimmt die Sünder an und isst sogar mit ihnen. Als Jesus das hörte, sagte er zu ihnen ein Bild: Stellt euch vor, ihr wärt der Hirt von hundert Schafen. Eins davon geht euch verloren. Würdet ihr dann nicht die 99 in der Wüste lassen und dem verlorenen nachgehen und es suchen, bis ihr es findet? Und dann, wenn ihr es gefunden habt, dann würdet ihr bestimmt das verlorene Schaf auf eure Schultern nehmen und zurück zur Herde tragen, oder? Ihr würdet euch freuen, dass es wieder da ist. Vielleicht würdet ihr sogar ein Fest feiern mit Freunden und Nachbarn: Freut euch mit mir. Ich hab mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Genauso wird die Freude im Himmel sein über einen Sünder, der umkehrt. Diese Freude ist größer als die über 99 Gerechte, die eine Umkehr gar nicht nötig haben. 

Ich hab mit diesem Bild, das Jesus hier zeichnet, immer ein wenig zu kämpfen. Würdet ihr nicht auch so handeln wie der Hirte?, fragt Jesus die Frommen, als sei dessen Verhalten das Natürlichste und Selbstverständlichste auf der Welt. Das ist es aber nicht, oder? Der Hirt stellt fest: Eines meiner hundert Schafe hat sich verirrt. Das kommt vor, sagen die Experten. Schafe sind nicht besonders schlau. Sie verirren sich häufig. Aber unser Hirt macht nun Folgendes: Er lässt die 99 verbliebenen Schafe allein in der Wüste, geht los und sucht das eine verirrte Schaf. Mir fallen tausend Gründe ein, das nicht zu tun:
  • Ich hätte Angst. Wer weiß, wohin sich das Schaf verirrt hat? Vielleicht ist es da gefährlich. Vielleicht ist es von einem wilden Tier gefressen worden, das nun auch mich anfällt - oder sonstwas schlimmes. Was, wenn ich nicht heil zurückkomme? Das geht uns im übertragenen Sinn doch auch so. Anders als Jesus suchen wir nur selten Gemeinschaft mit Betrügern und Huren und zwielichtigen Leuten. Jesus hat gerne mit solchen "Verlorenen" gegessen, gefeiert und geredet. Wir nicht. Ein Grund dafür ist unsere Angst, oder? Ich müsste in die Kneipe mit dem schlechten Ruf gehen, aber wer weiß, ob ich da heil wieder rauskomme. Was, wenn der Typ gefährlich ist und mir Böses will? Wir haben Angst, dem Verlorenen nachzugehen. Ein anderer Grund, nicht das zu tun, was der Hirt in der Erzählung Jesu tut, ist
  • Gleichgültigkeit. Immerhin hab ich noch 99 Schafe. Soll das eine blöde Schaf doch verlorengehen. Warum soll ich mich aufreiben und in Gefahr bringen für ein Schaf, das nur zu blöd war, bei den anderen auf dem rechten Weg zu bleiben? Ich fürchte, auch das - Gleichgültigkeit - ist für uns manchmal ein Grund, lieber unter uns zu bleiben als den Verlorenen nachzugehen. Der Alkoholiker ist doch selbst schuld - warum sollte ich den ausgerechnet zum Freund haben wollen? Was kümmert mich das Schicksal des Obdachlosen, der da auf der Langen Straße sitzt und bettelt? Schnell im Vorbeigehen 50 ct. in den Hut geschmissen und gut ist... Gleichgültigkeit. Und dann ist da die
  • Berechnung: Was, wenn ich zurückkomme und nur noch 50 oder 60 statt 99 Schafe vorfinde? Soll ich wirklich dem einen verirrten Schaf nachgehen und die 99 allein lassen, auf die Gefahr hin, dass sie, nun unbetreut, auseinanderlaufen? Das ist ja die Crux: Dem einen verlorenen Schaf nachzugehen heißt automatisch, die Sorglos-Rundum-Betreuung für die 99 Schafe, die in der Spur sind, aufzugeben. Das ist ein Punkt, über den ich mir viele Gedanken als Pastor mache. Pastor ist ja das griechische Wort für Hirt. Und da begegne ich manchmal genau dieser Crux: Wenn ich meine Arbeitskraft darauf verwende, mit dem einen, der sich verirrt hat, intensiv zu leben, ihm nachzugehen, ihn zu suchen, dann kann ich nicht gleichzeitig die 99, die noch da sind, rundum betreuen und glücklich machen... Die erwarten das aber - und wohl zurecht: Dazu ist ein Hirt schließlich da, oder? Jesus ermutigt mich, meine Arbeitskraftpriorität nicht auf die Betreuung der 99 zu legen, sondern auf die Suche nach dem einen - auch, wenn das manchmal für die Gemeinde unbequem ist. 
Noch mehr Gründe würden mir einfallen, warum ein Hirt es nicht wagt, die 99 allein zu lassen, um das eine verlorene Schaf zu suchen. Hier will ich es bei diesen dreien belassen: Angst, Gleichgültigkeit und Berechnung. Warum tut Jesus dann so, als sei es völlig selbstverständlich, dass der Hirt losgeht, das verlorene Schaf sucht und die 99 Schafe alleinlässt?

Jesus spricht hier, liebe Freunde, von dem, was Gott tut. Und Gott, wie Jesus ihn uns zeigt, ist ganz anders. Der kennt keine Angst, keine Gleichgültigkeit und keine Berechnung. Gott ist Liebe, treue und sich verzehrende Liebe. Gott, sagt Jesus, ist so wie der Hirt in dem Bild.
  • Er bemerkt, wenn eines seiner Schafe von der Spur kommt und sich verirrt, sich verrennt. Good news für alle, die sich verirrt oder verrannt haben. Gott bemerkt das und: Du fehlst Gott. Er vermisst dich. Du hast dich verloren in lauter Arbeit? Auf deinem Schreibtisch türmen sich die ToDos, über die du längst keinen Überblick mehr hast? Du kommst gar nicht mehr - bei allem guten Willen nicht - dazu, zu beten oder in der Bibel zu lesen oder zum Hauskreis zu gehen? Good news: Gott bemerkt das, du fehlst ihm, er vermisst dich. Ihm bist du nicht egal. Und
  • Für Gott ist es in der Tat selbstverständlich, dir nachzugehen. Keine Angst, keine Gleichgültigkeit, keine Berechnung kann ihn zurückhalten. Er liebt dich!!! Und er liebt dich so sehr, dass er dich sucht. Du hast dich verrannt in Sünde, von der du nicht mehr los kommst? Du bist zum Beispiel shopping-süchtig? Du lebst in Feindschaft mit deinem Nachbarn und schaffst es einfach nicht, ihm Versöhnung anzubieten? Wie auch immer sich deine Verfangenheit in Sünde konkret ausdrückt: Es gibt gute Nachricht für dich: Gott weiß das, er bemerkt das, du fehlst ihm und: Er sucht dich. Dich zu suchen und zu finden, das ist ihm viel wichtiger als sich um die zu kümmern, die sich nicht wie du verrannt haben. Gerade du bist ihm wichtig. Gott sucht dich und: Er wird dich finden. 
So ist Gott, sagt Jesus: Er ist Liebe zu den Verlorenen. Er sucht die, gerade die, die den Kontakt zu ihm verloren haben, die sich verrannt haben in Betrug, Unrecht, Hass, Tratsch, Geiz, Unmoral und Schuld. Gott setzt alles daran, sagt Jesus, gerade sie zu finden und zu sich zurückzuholen.

Und Jesus sagt das nicht nur, sondern er lebt das auch. Ja, er selbst ist das: die Suche Gottes nach dem Verlorenen. Erinnern wir uns: Jesus erzählt dieses Bild nicht einfach so, sondern weil er angegriffen wird. Und warum wird er angegriffen? Weil er Gottes Suche nach dem Verlorenen lebt. Er verbringt seine Zeit nicht damit, die Frommen zu betreuen und noch frommer zu machen oder sie zu bestätigen: Ja, du bist ein Typ ganz nach Gottes Geschmack. Hätte er das getan, wäre sein Leben nach weltlichen Maßstäben sicher erfolgreicher verlaufen. Aber nein, Jesus lebt und personifiziert die Suche Gottes, der sich sehnt, nach dem Verlorenen. Er sucht nicht die Gemeinschaft mit denen, die Gott haben, sondern mit denen, die Gott und seine Liebe nötig haben. Er will sie kennenlernen, ihnen zuhören, ihnen von Gott erzählen, mit ihnen essen und trinken und lachen und feiern und sie so in Verbindung mit Gott bringen. Das tut Jesus.

Also: Gute Nachricht für dich, wenn du zu denen gehörst, die sich verlaufen haben: Lass dich auf Jesus ein, er sucht Gemeinschaft mit dir. Bete zu ihm, lies von ihm, lebe mit ihm. In ihm sucht Gott dich, weil er sich nach dir sehnt und weil er Gemeinschaft gerade mit dir haben und leben will. Ist das nicht großartig? So ist Gott und so ist und begegnet uns - dir! - Christus.

Und so, damit will ich schließen, ermutigt Jesus auch uns zu sein. Als seine Jünger sind wir Teil seiner Mission, seiner Sendung. Jesus ermutigt uns, es so zu machen wie er, und das heißt: Gemeinschaft zu suchen mit denen, die ihn nicht kennen. Durch uns will er sie kennenlernen. Und damit ist nicht gemeint, dass wir sie anpredigen und totquatschen und ihnen fromme Sprüche um die Ohren hauen. Sondern gemeint ist, dass wir - wie Jesus - sie suchen, sie nicht übersehen, mit ihnen reden, ihnen zuhören, mit ihnen essen, trinken und lachen und sie gerade dadurch einladen zu Gott.

Wie wäre das, liebe Freunde, wenn wir das als Gemeinde ganz praktisch neu lernen würden? Wie das geht? Ganz einfach ist das sicher nicht. Wir müssen unsere Angst vor den anderen, unsere Gleichgültigkeit gegenüber den Schwierigen und auch unsere Bequemlichkeit überwinden. Das ist wahr und ganz schön schwer. Aber ich bin sicher: Christus wird uns dabei helfen. Und dann...

Ich stelle mir vor, wir alle laden ab und zu - oder regelmäßig - Leute zum Essen zu uns ein. Nicht nur Leute aus der Gemeinde, die wir gut kennen oder gerne besser kennenlernen würden, sondern Fremde. Vielleicht sogar solche, die uns unbequem sind und die wir an sich gar nicht mögen. Einfach so. Wir essen und trinken und lachen und erzählen mit ihnen - wie Jesus. Und wer weiß, was Gott daraus macht? Wollen wir das zusammen versuchen?

Ich stelle mir vor, unsere Hauskreise werden - nicht bei jedem Treffen, aber ab und zu - zu Cafe'-Kreisen, und wir treffen uns mal nicht im sicheren Hafen des Wohnzimmers, sondern an einem öffentlichen Ort - in einem Cafe'. Gibt ja genug hier in Detmold. Und da, mitten unter den Menschen, die nicht zu uns gehören, lesen wir zusammen in der Bibel, beten und tauschen uns über unser Leben mit Jesus aus. Wer weiß, was Gott daraus macht?  

Trauen wir uns das? Jedenfalls: Wenn du wissen willst, wo Gott ist... Er ist nicht damit beschäftigt, uns 99 brave Schafe zu betreuen. Er ist auf der Suche nach dem Verlorenen. Er ist da, wo wir von unserer Angst, unserer Gleichgültigkeit und unserer Bequemlichkeit gehindert werden, hinzugehen. Das ist seine Mission. Und er lädt uns ein, Teil dieser Mission zu werden.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Pastor goes Pompano

  • Einfach mal einen Kaffee mit dem Pastor trinken, ohne ihn gleich nach Hause einladen zu müssen
  • Klönen über dies und das
  • einen kritischen Gedanken zur letzten Predigt loswerden
  • eine tolle Idee für die Gemeinde besprechen
  • Zeit für ein persönliches Gespräch haben
  • "Das wollte ich schon immer mal fragen: ..."
Wer von all dem irgendetwas möchte, ist ab der nächsten Woche zur Pastorensprechstunde im Cafe' Pompano in der Krummen Straße eingeladen. In der Regel am Dienstag von 10 Uhr bis 11 Uhr 30 warte ich dort auf euch und habe vor allem eines: Zeit. Also komm doch einfach vorbei und lass sie uns miteinander teilen.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Norman Ivison: 8 einfache Schritte, junge Leute aus deiner Gemeinde fernzuhalten


Original: 8 ways to keep young adults out of your church

(ins Deutsche übertragen von Uwe Hanis)

Wenn du sicher gehen willst, dass junge Leute deiner Gemeinde fernbleiben, wende einfach die folgenden 8 Regeln konsequent an:

  1. Vermeide die Vielfalt. Junge Leute schätzen Freiheit und Vielfalt. Also ignoriere ihr Bedürfnis nach bunten Gottesdienstformen, unterschiedlichen Musikstilen, verschiedenartigen Zusammenkünften und Möglichkeiten.
  2. Halte über allem die Tradition hoch. Schließlich hat sie dich eine lange Zeit getragen und hat sich dabei noch nie verändert. Junge Leute wollen ständig Dinge verändern, an ihre Lebenswelt anpassen und sie in Besitz nehmen. Sieh dir nur an, wie sie ständig mit ihren Smartphones rummachen.
  3. Predige und lehre so gut du kannst, aber ermutige nie jemanden zur Diskussion. Du bist nicht dazu da, dich mit anderen zu unterhalten, sondern um das unveränderliche Wort Gottes weiterzugeben. Wenn du nicht aufpasst, werden ruck-zuck junge Leute Mitarbeiter in deiner Gemeinde werden und mit dir diskutieren wollen.
  4. Stelle immer sicher, dass die inneren Abläufe der Gemeinde geheim bleiben. Niemand muss wissen, was hinter den Kulissen so läuft. Vielleicht interessiert es die Leute gar nicht. Das Problem ist, dass junge Leute Transparenz mögen und ständig einfordern: auf der Arbeit, in der Politik und – eh du dich versiehst – sogar in der Kirche. Also vermeide Transparenz.
  5. Sag das Eine in der Kirche und tue das Andere außerhalb der Kirche. Gut – ich weiß, dass das nicht das ideale Verhalten eines Christen ist, aber für unseren Zweck taugt es ungemein. Es ist erstaunlich, aber junge Leute schätzen Integrität. Doppelmoral riechen sie meilenweit gegen den Wind.
  6. Nimm das Leben in der Gemeinde ernst – tierisch ernst. Junge Leute, die Spaß wollen – auf der Arbeit, in der Schule und im Privatleben –, sollen wissen, dass es in der Kirche immer ernst und getragen zugeht und dass man auf keinen Fall lachen oder rumalbern darf.
  7. Lass dir Zeit. Die Kirche gibt es seit 2000 Jahren und sie wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Lass dich nicht treiben, Entscheidungen zu treffen. Stelle sicher, dass Entscheidungen in der Gemeinde nur durch möglichst unübersichtliche Gremien und auf Wegen, die niemand so recht versteht, getroffen werden. Daran müssen sich junge Leute eben gewöhnen, wenn sie unbedingt mitmachen wollen. Und das werden sie sicher nicht tun, weil sie Tempo bei Entscheidungen sehr wertschätzen.
  8. Um alles in der Welt: Vermeide Experimente. Experimente führen immer zu Schwierigkeiten. Junge Leute halten Veränderung und Innovation für einen normalen Bestandteil des Lebens. Damit sind sie aufgewachsen. Halte dich von dieser Versuchung des Teufels fern.

Wenn du diese Regeln streng befolgst, wird es dir bestimmt gelingen, deine Gemeinde vor der Zukunft zu bewahren.