Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom April, 2012 angezeigt.

Das Weib schweige? (Teil 2 von 3)

Erinnert ihr euch noch an meine These für diese Predigtreihe zum Thema „Das Weib schweige?“ Sie lautete: Wenn man das biblische Zeugnis zu Männern und Frauen im Zusammenhang liest und als Ganzes wahrnimmt, dann kommt man zu dem Ergebnis: Männer und Frauen sind mit gleicher Würde und zusammen zu Gottes Bild erschaffen. Keiner von beiden ist dem anderen per se untergeordnet oder soll sich dem anderen grundsätzlich unterordnen. Männer und gleichermaßen auch Frauen können von Gott mit den Gaben der Leitung und der Verkündigung beschenkt werden und dürfen und sollen diese Gaben dann auch einsetzen, d.h. Männer und Frauen können dazu begabt sein, zu leiten: in der Gemeinde, in der Gesellschaft und in der Familie. Männer und Frauen können dazu begabt sein und berufen werden, Gottes Wort zu verkündigen. Wo solche Begabung und Berufung vorliegt und erkennbar ist, sind wir aufgerufen, sie zu pflegen und die Person dazu zu ermutigen, sie einzusetzen.
In einem ersten Schritt habe…

Typisch methodistisch (Teil 4)

(Übertragung des Buches "A Blueprint for Discipleship" von Kevin M. Watson aus dem Englischen)

Kapitel 4

Die erste Regel: Tue nichts Böses

Aus Kindern werden Eltern

Kinder reagieren nicht immer positiv auf Regeln und Regulierungen, oder? Sie haben sowas wie eine innere Stimme, Regeln auf ihre Grenzen hin zu überprüfen und die Grenzen wo immer möglich zu erweitern. Bis heute erzählt meine Mutter gerne, dass ich, wann immer sie mich ermahnt hat, irgendetwas nicht anzufassen, ich es prompt angefasst habe, um die Regel meiner Mutter auszutesten.

Eltern sind da oft in einem Dilemma. Entweder werden sie böse und versuchen, alle möglichen Erziehungstechniken ins Feld zu führen, um den Regeln Nachdruck zu verleihen, oder sie geben irgendwann auf und konstatieren resigniert: "Kinder bleiben eben Kinder." Fragst du dich auch manchmal, ob "eben Kinder" nicht das Gleiche meint wie "eben Nervensägen"?

Jede Familie hat Regeln und Regulierungen. Aber wer macht …

Typisch methodistisch (Teil 3)

(Übertragung des Buches "A Blueprint for Discipleship" von Kevin M. Watson aus dem Englischen)

Kapitel 3

Eine Methode - Der wesleyanische Bauplan der Jüngerschaft

John Wesley - der Organisator

Der Hauptgrund dafür, dass wir im 21. Jahrhundert über John Wesley reden, liegt nicht in den theologischen Ideen, die wir auf den vergangenen Seiten diskutiert haben. Wesleys Genie und der Grund, warum wir ihn heute wiederentdecken, lag darin, den Bauplan zu entwickeln und einzuführen, nach dem es den Methodisten möglich war, glaubwürdige Jünger Jesu und eine heilige Gemeinschaft zu werden. Wesleys Ziel war es nicht, so viele Leute wie möglich dazu zu bekommen, ein bestimmtes Gebet zu sprechen. Sein Ziel war es, so viele Leute wie möglich dazu zu bekommen, Christus zu vertrauen - nicht nur für einen Moment, sondern für ihr ganzes Leben und mit ihrem ganzen Leben.

Wesley war Realist genug, um zu erkennen, dass Menschen, die ihr Vertrauen in Jesus setzten, nicht von einem Moment auf den an…

Das Weib schweige ? (Teil 1 von 3)

Predigt, gehalten in der EmK Detmold am 22. April 2012
„Das Weib schweige in der Gemeinde.“ „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn.“ Wer kennt diese Sätze von Paulus nicht? Sie haben sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt und prägen nun ihrerseits unser Denken. Und so ist es kein Wunder, dass es in der Diskussion um Frauenrechte in der Gesellschaft, besonders aber in der Kirche und in der Familie bis heute im christlichen Diskurs zwei Positionen gibt, die sich diametral gegenüberstehen:
Da sind die einen, die sich als bibeltreu bezeichnen. Sie verteidigen die Bibel als letztgültige Autorität in der Kirche. Nach ihr, nach dem, was die Bibel sagt, soll sich die Gemeinde richten – auch dann, wenn es dem Zeitgeist widerspricht. Vertreter dieser Position zitieren dann gerne die bekannten neutestamentlichen Stellen aus 1. Korinther 11 und 14, 1. Timotheus 2 oder aus den Haustafeln der Briefe und sagen: In den Familien sollen sich die Frauen ihren Männer…

Typisch methodistisch (Teil 2)

(Übertragung des Buches "A Blueprint for Discipleship" von Kevin M. Watson aus dem Englischen)

Kapitel 2

Mitwirkung beim Wachstum als Jünger
Das Ziel der Gnade

Vor etwa fünf Jahren verliebten sich ein Mann und eine Frau ineinander. Es dauerte nicht lange, und der Mann fand sich selbst kniend vor seiner Liebsten. Er hielt um ihre Hand an. Mit Tränen in den Augen sagte sie Ja. Und dann schien es fast so, als verlöre das Paar die Kontrolle. Die Planung der Hochzeit nahm Monat um Monat in Anspruch. Alles sollte schließlich perfekt werden. Viel Arbeit wartete darauf, getan zu werden. Manchmal schien es fast so, als dauerte es ewig bis zum großen Tag. So aufgeregt waren sie. Irgendwann war dann endlich alles geschafft. Die Hochzeit kam, und sie wurde wirklich wundervoll.

Bald schon fanden sich die Zwei auf der Hochzeitsreise wieder und lagen nebeneinander an einem wunderschönen Strand. Morgens schliefen sie lange aus und erholten sich rasend schnell vom Hochzeitsstress. Die Sonne sc…

Typisch methodistisch (Teil 1)

(Übertragung des Buches "A Blueprint for Discipleship" von Kevin M. Watson aus dem Englischen)

Kapitel 1

Gnade - Das Fundament des Glaubens

Was ist Gnade?

Was würdest du tun, wenn dich ein Fremder darum bäte, das Wort "Gnade" zu definieren? Würdest du auf der Stelle weglaufen? Würdest du murmeln: "Weiß ich doch nicht"? Hättest du eine Definition aus dem Theologischen Wörterbuch auf Lager, die du einmal auswendig gelernt hast? Oder würdest du eine Geschichte davon erzählen, wie du selbst Gottes Gnade in deinem eigenen Leben erfahren hast?

Als ich studiert habe, ging ich immer am Freitag Morgen völlig unausgeschlafen und übermüdet in das Evangelisations-Seminar. Die drei Stunden Seminar am Freitag waren für mich nicht mehr als das letzte Hindernis, das mich noch vom Wochenende trennte. Was mich dann eines Freitags schlagartig weckte, besser als jede Tasse Kaffee es hätte tun können, war die Ankündigung des Professors: Heute gehen wir in die Stadt und stelle…