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Es werden Posts vom Januar, 2012 angezeigt.

Schöpfungslaube - Alles andere als naiv

(Predigt, gehalten in Detmold am 22.01.2012 und in Bielefeld am 29.01.2012)
Naivlinge sind wir, meinen manche. Naivlinge deshalb, weil uns die Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibel wichtig sind. Wir glauben, dass Gott die Welt geschaffen hat. Sind wir deshalb naiv?


In der letzten Woche haben wir in unserem Hauskreis über die Schöpfungserzählungen gesprochen. Wir hatten schon viele Hauskreisabende – aber noch nie ging es so hoch her wie an diesem Abend. Da prallten sie aufeinander, die scheinbar unversöhnlichen Gegensätze:
„Ich glaube fest daran, dass es so geschehen ist, wie die Bibel es beschreibt. In sechs Tagen hat Gott die Himmel und die Erde erschaffen und am siebten Tag ruhte er. Die Naturwissenschaften können sagen, was sie wollen. Die Bibel hat ja doch Recht.“ Und auf der anderen Seite: „Ich bin ein Mensch von heute und nicht so dumm, die Bibel wörtlich zu nehmen. Wie die Welt entstanden ist, das lässt sich am besten und zuverlässigsten naturwissenschaftlich erkläre…

Von Opium und Verwandlung

(Predigt zum Abschluss der Allianz-Gebetswoche, gehalten am 15.01.2012 in der EFG Detmold)


„Religion ist Opium für das Volk.“ So kritisierte Karl Marx in seiner Schrift „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ allen religiösen Glauben. Was er meint, ist: Der Glaube vertröste die Menschen durch die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnen, auf ein Jenseits und betäube sie damit – wie Opium. Deshalb sei der Glaube mit schuld an den ungerechten Verhältnissen in der Welt. Er schläfere die Menschen ein, sodass sie sich nicht um ein anderes, gerechteres Leben bemühen, sondern Unrecht ertragen und auf eine bessere Welt von Gott warten. Nochmal Karl Marx: „Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. ...Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“
Hat er Recht? Schläfert uns unser Glaube ein? Ist er unsere Droge, d…

Das Fest der Suchenden

(Andacht, gehalten in der EmK Detmold am 04. Januar 2012)
Das Fest der Heiligen Drei Könige steht vor der Tür. Es schließt am 6. Dezember die Weihnachtszeit ab.
Liest man im Matthäusevangelium nach, dann fällt auf, dass wir wenig über die Heiligen drei Könige wissen. Ihre Namen – Kaspar, Melchior und Balthasar – finden wir dort nicht. Sie sind Legende - ebenso wie die Zahl 3. Es können mehr oder auch weniger gewesen sein, die da kamen. Und waren es überhaupt Könige? Der griechische Urtext spricht von „Magiern“. Luther übersetzt „Weise“. Was wir also in der Bibel lesen, ist: Irgendwo aus dem Osten von außerhalb Israels kamen weise Leute, die auf der Suche nach dem Erlöser, nach Gott und nach dem Heil waren.
Und gerade das macht mir die Geschichte so lieb. Weihnachten ist unvollständig ohne diese Menschen, die sich von weit her aufgemacht haben auf der Suche nach dem Heil. Zu Weihnachten gehören nicht nur Jesus, Maria und Joseph, der Ochse und der Esel und die Krippe, die Hirten und die S…

Wenn einer stirbt...

Ich weiß: Es sind alte Worte. Worte in einer Sprache, die uns fremd geworden ist. Aber trotzdem geben sie - die 1. Frage des Heidelberger Katechismus - in wunderschöner Form das wieder, was der Grund meines Glaubens ist und was mich getrost leben lässt:

Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?

Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.

Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;
und er bewahrt mich so,
dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel
kein Haar von meinem Haupt kann fallen,
ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss.

Darum macht er mich auch
durch seinen Heiligen Geist
des ewigen Lebens gewiss
und von Herzen willig und bereit,
ihm forthin zu leben.

Aus der Gewissheit, dass das so ist, kann ich wirklich getrost leben. Und nur aus dieser Gewissheit heraus kann ich dann auch getrost sterben: Ja, Jesus hat für meine Sünden bezah…