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Es werden Posts vom Oktober, 2011 angezeigt.

Berufung - Wie passiert das?

Predigt, gehalten in Detmold am 30.10.2011


Wie kommt es dazu, liebe Freunde, dass sich jemand in die Liste einträgt und Tee und Kaffee für das Zusammensein nach dem Gottesdienst vorbereitet? Wie kommt es dazu, dass eine Frau ihr Haus öffnet und einen Hauskreis zu sich einlädt? Wie kommt es dazu, dass jemand im Gottesdienst Orgel spielt, die Bibeltexte liest oder im Chor mitsingt?
Wir feiern heute die Vocation von Cornelia Ruhnow. Das heißt: Wir feiern ihre Berufung und Ermächtigung zu einem besonderen Dienst in der Kirche, nämlich dem, evangelischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu erteilen.
Ich möchte deshalb mit Ihnen heute Morgen über das Thema Berufung nachdenken. Dabei habe ich sowohl die Berufung zu einem hauptamtlichen Dienst in der Kirche – wie Cornelia Ruhnow sie erlebt hat, im Auge, als auch die Berufung zu einem ehrenamtlichen Dienst: als Lektorin, als Leiter einer Kleingruppe, als Vorbereiter des Kirchenkaffees nach dem Gottesdienst usw. usw.
Der junge …

Liebe ist...

Predigt in der EmK Detmold am 23.10.2011

Ich lese Worte aus dem 1. Johannesbrief, Kapitel 4.

7 Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. 8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.
9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10 Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. 11 Ihr Lieben: Hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. …
16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. … 19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.


Tolle Worte, oder? Das ist einer der Texte, die auch Nicht-Christen in der Bibel gerne lesen. Für die Liebe sind w…

Wer's glaubt, wird selig

Predigt in der EmK Detmold am 16.10.2011

Jedes Jahr aufs Neue in der Sommerpause, spätestens, wenn ich das Kicker-Sonderheft verschlinge, packt mich mein Optimismus. Diesmal muss es endlich klappen, geht es mir durch den Kopf. Und dann fange ich an zu träumen. In dieser Saison, da bin ich dann ganz sicher, wird Schalke 04 wieder Deutscher Meister. Das kann gar nicht anders sein.

Diejenige, der ich meine, nicht von übermäßig viel fußballerischem Sachverstand getrübte Einsicht dann als erstes mitteile, ist meine Frau Daniela. „Du, Schatz. Diesmal wird Schalke Meister, glaub's mir. Das hab ich irgendwie im Gefühl.“

Danis Antwort besteht dann regelmäßig aus diesem sanften professionellen Ehefrauen-Lächeln, dass manche Männer hier sicher auch kennen, und aus den Worten „Wenn du meinst...“ Sie könnte auch sagen: „Wer's glaubt, wird selig.“

Denn „Wer's glaubt, wird selig“, das sagen wir, wenn uns etwas vollkommen Unglaubliches erzählt wird. Etwas, von dem wir ganz sicher sind, d…

Dürfen Christen klagen?

Predigt in der EmK Detmold vom 09.10.2011


Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes, des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.
Ich lese Worte aus den Klageliedern Jeremias, Kapitel 3, Verse 22-26 und 31-32
22 Die Güte des Herrn ist's, dass wir nicht gar aus sind. Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. 24 Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele. Darum will ich auf ihn hoffen. 25 Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt.26 Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. 31 Denn der Herr verstößt nicht ewig, 32 sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.
Manche Leute meinen, liebe Freunde, ein Christ dürfe nicht klagen. Ein Christ müsse immer fröhlich und zuversichtlich sein und dürfe nie schlechte Laune haben geschweige denn verzweifeln, nie Trauer und Niedergesch…

Hurra, wir wachsen - über Kartoffeln und die Gemeinde

Predigt in der EmK Detmold am 2.10.2011 (Erntedank)
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.
I Erntedank – das fremde Fest
„Ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein.“ Das war der Standardsatz meines Vaters zum Erntedankfest. Für ihn als Marxisten bedeutete das: Dafür, dass alle Essen und Trinken haben, dass es uns gut geht, haben wir nicht Gott zu danken, sondern den Menschen, die hart dafür arbeiten. „Ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein.“
Aber auch ohne Marxist zu sein kann einem dieses Fest ganz schön fremd werden. Ich bin ein Stadtkind (wenn auch aus der Kleinstadt). Für mich kommen der Strom aus der Steckdose und die Kartoffeln aus dem Supermarkt – und all das selbstverständlich ganzjährig. Genau wie Erdbeeren, Äpfel, Gemüse, Schnitzel, Frikadellen und Speisen jeder Art und Weise.
Erntedank wird da schnell zu einem fremden Fest, weil ich das Säen, das Wachsen der…