Montag, 26. September 2011

Nur Jesus

Übersetzung der UpperRoom Andach vom 27. September 2011

Original von Andy Baker, Tennessee, USA


"Geht hin in alle Welt und macht alle Völker zu Jüngern. Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe." Jesus nach Matthäus 28.

Neulich las ich einen Artikel über eine christliche Gemeinde in China und darüber, wie sie das Thema Evangelisation angehen. Sie haben ein großes Bedürfnis danach, das Evangelium weiterzugeben und mit der Botschaft Jesu so viele Menschen wie nur möglich zu erreichen.

"Große Programme oder beeindruckende Veranstaltungen können wir uns nicht leisten," sagen sie. "Alles, was wir zu geben haben, ist Jesus."

Auch im ersten Jahrhundert hat die Kirche die gute Nachricht von Jesus in ihrer Welt ohne Großveranstaltungen und raffiniertes Equipment kommuniziert. Sie haben einfach ihren Glauben gelebt und ihren Nachbarn und Freunden davon erzählt. Und die Kirche erlebte ein unglaubliches Wachstum. Alles, was sie zu geben hatten, war Jesus.

Wir können das Gleiche tun. Alles, was wir benötigen, sind die Bereitschaft und der Mut, mit anderen den Grund unserer Hoffnung zu teilen, ihnen freundlich und mit Respekt Zeugnis zu geben. Wenn wir nach Möglichkeiten Ausschau halten, unsere Mitmenschen mit Jesus und seiner Leben schenkenden Botschaft bekannt zu machen, werden wir sie finden.

Gebet: Gott, schenke uns die Bereitschaft, anderen von dir, von deinem Sohn und der Rettung, die er schenkt, zu erzählen.

Gedanke für den Tag: Es kostet kein Geld, das Evangelium täglich mit anderen zu teilen.

Fürbitte: für mehr Bereitschaft zum Zeugnis.

Montag, 19. September 2011

Schalt das Fernlicht ein

Kurzandacht für den Männerchor Detmold am 19.09.2011

Ich bin nachtblind. Wenn es dunkel um mich her ist, sehe ich nichts. Das ist in der Stadt nicht weiter schlimm. Echte Dunkelheit kennen wir ja kaum. Die Straßenbeleuchtung, Autoscheinwerfer und helle Wohnzimmer sorgen dafür, dass es bei uns nie wirklich dunkel wird.

Als ich im Versicherungsaußendienst gearbeitet habe, musste ich oft mit meiner Nachtblindheit kämpfen. Ich hatte viele Kunden auf dem Land, und wenn ich dann abends nach dem letzten Kundenbesuch nach Hause fuhr und es richtig dunkel war, dann brauchte ich mein Fernlicht, um vernünftig fahren zu können. Wenn ich das Fernlicht nicht einschalten konnte (zum Beispiel auf einer kurvigen Straße), musste ich mit maximal 30 km/h über die Landstraße juckeln. Jeder km/h schneller hätte nicht funktioniert.

Warum erzähle ich euch das? Der Vers, der uns am Sonntag im Gottesdienst beschäftigt hat, hieß: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." (aus Psalm 119).

Der Beter sagt: Gottes Wort, seine Weisung, ist wie ein Fernlicht. Good news für alle Nachtblinden wie mich.

Rick Warren erzählt in einem seiner Bücher, dass er oft von Mitgliedern seiner Gemeinde angesprochen wird: "Pastor, irgendwie klappt das mit dem geistlichen Wachstum bei mir nicht. Ich glaube an Jesus. Ja, ich hab ihm wirklich mein Leben übergeben und ich weiß und bin froh darüber, dass meine Schuld vergeben ist. Nur: Was Sie über geistliches Wachstum erzählen, über Veränderungen, die Jesus im Leben wirken kann, das passt auf mich nicht. Bei mir funktioniert das nicht."

Rick Warren schreibt, dass er in solchen Fällen regelmäßig um einen Besuchstermin bei dem Gemeindeglied zu Hause bittet. "Das sollten wir in Ruhe besprechen. Wann kann ich Sie besuchen?"

Wenn er dann zu Gast ist und das Gemeindeglied sozusagen ein Heimspiel hat, bittet er seinen Gastgeber um dessen Stille-Zeit-Bibel. "Würden Sie mir mal Ihre Bibel bringen?" Und dann - schreibt Rick Warren, sei es noch nie vorgekommen, dass sein Gastgeber ihm eine abgenutzte, vielgelesene Bibel mit vergriffenen Seiten und Notizen darin gebracht habe. Meist sei es eine wunderschöne teure Bibelausgabe, oft mit Goldschnittseiten gewesen, die aber kaum benutzt aussah.

Was Rick Warren sagen will, ist: Geistliches Wachstum und Studium der Bibel, Leben mit Gottes Wort an jedem Tag, hängen eng miteinander zusammen. Gott will, dass wir die Bibel benutzen, nicht, dass sie beeindruckend aussieht. Er will, dass wir mit ihr leben, sie lesen, studieren, auswendig lernen, in ihr zu Hause sind.

Dann kann es wahr werden, was der Psalmbeter sagt: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege."

Bist du auch nachtblind, wenn es um dein geistliches Wachstum geht? Du hast ein Fernlicht, dass du einschalten kannst. Du hast die Wahl. Du kannst es benutzen oder weiter mit 30 km/h über die Landstraße juckeln. Nur beschwer dich dann nicht, dass es so langsam vorwärts geht.

Donnerstag, 15. September 2011

Das Beste, was mir je passiert ist.

Gedanken zur Tageslosung

Wir Christen in Europa scheinen in der Defensive zu sein. Gewiss, man hört und schätzt uns:
  • als politische Berater in (scheinbar) besonders ethisch relevanten Fragen wie solchen der Bio- und Gentechnologie oder der Sterbehilfe, 
  • als lebendes Zeichen der in letzter Zeit so oft beschworenen jüdisch-christlichen Tradition des Kontinents, 
  • als willkommener Garant der Feierlichkeit bei besonderen Anlässen usw. 

Was dabei oft vergessen wird: Unser eigentlicher Auftrag als Christen ist es nicht, als Wohlfühl-Deko einer post-christlichen Gesellschaft zu dienen. Unser Auftrag ist es, die beste und wichtigste Botschaft, die die Welt je vernommen hat, allen Menschen zu bezeugen.

Gott selbst ist Mensch geworden, um für alle Menschen zu leben und zu sterben. Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannesevangelium 3,16).

Dieser Satz ist für uns Christen eine persönliche Erfahrung geworden: Gott liebt mich. Das ist unglaublich, aber wahr. Er liebt mich, diesen Uwe Hanis, trotz all meiner Macken und Fehler. Und er liebt mich so sehr, dass er in Jesus Mensch geworden ist und sein Leben hergegeben hat, um selbst die Konsequenzen meiner Schuld zu tragen, an meiner Stelle zu sterben und die Gottverlassenheit, die ich verdiene, auszuhalten.

Das ist das Beste, was mir je passiert ist. Ich bin frei - er trägt meine Schuld.

Und das hat Gott nicht nur für mich getan, sondern für alle. Gibt es irgendetwas, was wichtiger sein könnte? Gibt es irgendeine Botschaft, die es mehr verdiente, ausgesprochen und an alle weitergegeben zu werden?

Die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine von heute spricht mich sehr an: Aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes. (Psalm 98,3)  Ja, das wäre was: Wenn "aller Welt Enden" von mir und von uns Christen hören und uns abspüren würden, was für ein großartiges Geschenk Gott uns macht.

Donnerstag, 1. September 2011

Wo zwei oder drei...

Es ist ein Monatsspruch, der genau zur rechten Zeit kommt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen," sagt Jesus. (Matthäusevangelium 18, 20)

Die Sommerferien liegen gerade hinter uns oder gehen (wie hier in NRW) zu Ende. Viele Stühle in den Gottesdiensten blieben leer, in vielen Gemeinden fanden außer am Sonntag nur wenige oder gar keine Veranstaltungen statt. Und doch haben viele von denen, die da waren, inspirierende Gottesdienste erlebt. Mancher hat Jesu Gegenwart erfahren: in einer guten Predigt, beim Abendmahl, während des Singens, im gemeinsamen Gebet. Diese Erfahrungen der Gegenwart Jesu hängen nicht von der Masse der Versammelten ab.

Jetzt, nach und nach, trudeln die Urlauber wieder ein. Viele kommen aus dem Familienurlaub, der nicht nur (wohltuend) ihren Arbeitsalltag unterbrochen hat, sondern der sie auch aus dem Kreis ihrer Gemeinde eine Zeit lang herausgerissen hat. Für manche war das schwer. Anderen hat es gut getan, ihr Engagement in der Gemeinde einmal zu unterbrechen und abzuschalten. Manche haben im Urlaub auch erlebt: Nach langer Zeit haben wir als Familie (oder als Paar) wieder mal zusammen gebetet, gemeinsam über einen Bibeltext gesprochen, ein Lied gesungen. Und das tat gut. Jesus war dabei.

Am kommenden Sonntag gibt es dann an vielen Orten ein Wiedersehen. Die einen waren zu Hause und haben in einer (kleineren) Gemeinde Gottesdienste gefeiert. Die anderen kommen aus dem Urlaub zurück. Viel haben wir uns zu erzählen. Es wäre schön, wenn dazu auch Erfahrungen mit dem gehören, der versprochen hat, dass er mitten unter uns ist, immer, wenn zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind - egal wo das auch sein mag.

Für uns im Missionsbüro beginnt heute ein ganz besonderer Monat. Es ist mein letzter Monat als Geschäftsführer und zugleich der erste im Dienst für meinen Nachfolger Holger Würth. Beide werden wir an drei Tagen in der Woche hier im Missionsbüro sein. Ein Monat der Übergabe, des Wechsels, des Neuanfangs. Schwierig, aber auch spannend - nicht nur für uns zwei, sondern für alle hier. Und auch dazu - finde ich - passt unser Monatsspruch als Ermutigung. Wir verstehen unsere Arbeit als EmK-Weltmission ja als Arbeit in der Sendung Jesu, in seinem Namen. Und dann gilt sein Wort: Er ist dabei und geht mit. "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."