Freitag, 25. März 2011

Die Katastrophe in Japan - ein Ruf zur Umkehr?

Allenthalben lese ich in diesen Tagen Stellungnahmen von Kirchenleiterinnen und -leitern, dass die Katastrophe in Japan uns alle zur Umkehr ruft und mahnt: zur Umkehr weg von einer gefährlichen und nicht beherrschbaren Energieversorgung mit Atomkraft hin zu einer umweltfreundlichen Versorgung durch regenerative Energieträger. Diese Stellungnahmen der Kirchen finde ich gut und richtig.

In Deutschland scheint mir das Geforderte auch weitgehend Konsens zu sein - sowohl in der Bevölkerung als auch in den politischen Parteien. Dissens gibt es über die verträgliche Geschwindigkeit eines solchen Umstiegs, über die Rolle, die die Kohleverstromung angesichts des mit ihr einhergehenden CO2-Ausstoßes dabei spielen kann und über die Gestaltung des Umstiegs. Es ist gut, wenn die Kirchen sich hier einmischen und die anstehenden Debatten über diese Fragen kritisch mit ihrem Rat begleiten.

Was ich allerdings in den kirchlichen Stellungnahmen ein manchmal vermisse, ist der Gedanke, dass uns die Katastrophe in Japan noch in ganz anderer Weise und viel tiefer zur Umkehr ruft: Wohl mehr als 20.000 Menschen sind durch das gigantische Erdbeben in nicht gekannter Stärke und Brutalität und durch die furchtbare Tsunami-Welle von einem Moment auf den anderen in fürchterlicher Weise aus dem Leben gerissen worden. Eben noch mitten im Leben, voller Pläne, Hoffnungen und Tatendrang wie wir sind sie nun nicht mehr da: tot, verstümmelt, verbrannt, verschüttet. Mehr als 20.000 Leben fanden plötzlich ein brutales Ende. 

Eine solche Katastrophe ist in meinen Augen auch - und zuerst - ein Ruf zur Umkehr von einem selbst-vergessenen Leben hin zu Gott. Ich wünsche mir, dass wir als Christen, Gemeinden und Kirchen uns selbst und unsere Mitmenschen angesichts dieser Katastrophe fragen: Bist du dir bewusst, dass auch dein Leben von jetzt auf gleich zu Ende sein kann? Bist du bereit, Rechenschaft abzugeben über dein Leben? Hast du Frieden mit Gott gemacht? Weißt du um die Vergebung, die Jesus dir schenkt? Hast du sein Angebot, dich freizumachen von Schuld, angenommen und lebst in der Gewissheit, von Gott geliebt zu sein?

Sonntag, 6. März 2011

Eine leere Tafel

Übersetzung der UpperRoom-Andacht vom 6.3.2011

Lies: Lukas 15,11-32

Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, sieh doch, alles ist neu geworden. (2. Korinther 5,17)

Ein Kollege erzählte mir von einem Traum, in dem er die Vergebung durch Gott gespürt hatte. Im Traum hatte er Gott um Vergebung für die Fehler, die er gemacht hatte, gebeten. Gottes Antwort lautete: Schreibe deine Übertretungen auf eine Tafel. Mein Kollege begann dann im Traum mit der Auflistung der Dinge in seinem Leben, die er für "kleinere Sünden" hielt. Zu seiner Überraschung geschah folgendes: Kaum hatte er die Worte aufgeschrieben, wischte sie Gott wieder aus. Verwundert dachte mein Freund darüber nach, was dann wohl mit "schlimmeren Sünden" geschehen würde. Er begann also, Dinge aufzuschreiben, die er in seinem Leben falsch gemacht hatte und die ihm schwerer wiegende Vergehen zu sein schienen. Kaum zu glauben: Auch sie wurden sofort von Gott weggewischt. Egal was er an die Tafel schrieb - Gott wischte es sofort weg.

Als er aufwachte, kam ihm der Bibelvers aus dem 2. Korintherbrief in den Sinn. Er dachte darüber nach: So musste es sein, eine neue Schöpfung zu werden. Gottes Liebe, dachte er, ist wirklich wie die des Vaters in Lukas 15. Mein Freund vertraut darauf, dass Gott uns, wenn wir zu ihm kommen, annimmt wie der Vater in Lukas 15 den verlorenen Sohn und dass er unsere Übertretungen ausradiert wie in seinem Traum.

Unsere Missetaten und Sünden können wir Gott bekennen, die großen und die kleinen. Wir können in Jesu Namen um Vergebung bitten und darauf vertrauen, dass Gott unsere Sünden dann nicht nur vergibt, sondern sie um Jesu willen wegwischt, als hätten sie nie existiert. Mit einer sauber gewischten Tafel sind wir in Christus eine neue Schöpfung.

Gebet: Gib uns den Willen, zu dir zu kommen, Herr, so wie du den Willen hast, uns zu empfangen. Umarme uns wie der Vater den verlorenen Sohn. Wenn wir zu dir kommen, Herr, vergib uns und halte uns fest in deiner Liebe. Amen.

Gedanke für den Tag: Gott hat versprochen, unserer Sünden nicht mehr zu gedenken. (Jeremia 31,33-34)

Fürbitte: Die, die gefangen sind in den Sünden ihrer Vergangenheit.

Englisches Original von William Lpuis Dike, Florida.

Mittwoch, 2. März 2011

Berge versetzen

Übersetzung der UpperRoom-Andacht vom 2. März 2011

Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin!, und er wird sich hinwegheben. (Matthäus 17,20 ELB)

Tante Marion hatte acht Kinder und auch darüber hinaus eine große Familie. Sie war diejenige, zu der wir alle gingen, wenn wir Schwierigkeiten oder Sorgen oder auch gute Nachrichten hatten. Etwas, was ich immer an ihr geliebt habe, war, dass wann immer ich mit einem Problem zu ihr kam, sie irgendwann im Verlauf des Gesprächs innehielt und sagte: Lass uns beten. Und taten wir das. Tante Marion vertraute Gott. Die Bibel sagt, dass ein Gebet viel ausrichtet. (Jakobusbrief 5,16). Tante Marion wusste, dass das stimmt und dass wir uns darauf verlassen können.

Sie war ein gutes Vorbild im Glauben. Jeden Morgen konnte man sie am Frühstückstisch sitzen sehen mit ihrer Bibel, einem Andachtsheft und einem Notizbuch. Die meisten Seiten in ihrem Notizbuch waren nicht beschrieben mit ihren Sorgen, Nöten und Aufgaben, sondern mit Bibelversen, die ihr beim Lesen aufgefallen waren und die sie sich merken wollte für bestimmte Situationen.

Glaube ist nicht greifbar. Aber ein Weg, den Glauben zu leben, ist mit dem Wort Gottes zu leben. So kann Glaube sichtbar werden. In herausfordernden Situationen kann ich, statt mich auf das Problem oder meine Sorge und Angst zu konzentrieren, Gottes Wort lesen, es lernen und über seine Wahrheit meditieren. Diese Wahrheit verändert sich nie. Gott kann auch den kleinen Glauben, den wir aufbringen, gebrauchen, um Berge zu versetzen.

Original von Juanita Davies (New Jersey, USA)