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Es werden Posts vom Dezember, 2010 angezeigt.

Wenn Wohltätigkeit wehtut - Gedanken zur EmK-Weihnachtsaktion

Viele rufen uns in diesen Tagen hier im Missionsbüro an. Sie fragen: Was ist das besondere an der Weihnachtsaktion der EmK-Weltmission? Warum machen wir als kleine Kirche etwas eigenes und schließen uns nicht einer der großen Wohltätigkeits-Aktionen in der Weihnachtszeit an? Viele in den Gemeinden würden gerne praktisch etwas tun und Pakete zum Beispiel nach Übersee schicken mit Geschenken für Bedürftige.

Meine ganz persönliche Überzeugung ist: Wohltätigkeit ist wichtig und gut, aber sie kann auch wehtun. Ich habe großen Respekt vor allen, die Pakete packen. Ich finde das toll. Wohltätigkeit ist wichtig. Da gibt es nichts, aber auch wirklich nichts zu kritisieren oder zu belächeln. Aber: Sie kann auch (unbeabsichtigt) bevormundend und erniedrigend sein für diejenigen, die unsere Gaben empfangen. Was ich damit meine, wird am besten aus dieser Geschichte deutlich:

(Original in englischer Sprache: C. Neal Johnson, The Acton Institute Blog, 16. November 2010)

Ich hörte von einem Bergmann i…

Könige und Schafhirten

Übersetzung der UpperRoom-Meditation vom 5.12.2010

"Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die da Gutes verkündigen." Jesaja 52,7

Wer spielt Maria? Joseph? Einen der Könige? Das sind die Fragen, die immer gestellt wurden, wenn wir das Krippenspiel in der Gemeinde vorbereiteten. Maria und Joseph waren die Rollen mit dem höchsten Prestige beim Krippenspiel, und die Könige hatten immerhin tolle Kostüme: mit Kronen und schönen Roben. Die Schafhirten dagegen schienen nicht so wichtig zu sein. Sie hatten nur Handtücher um ihre Köpfe zu binden und dazusitzen. Sie waren eine größere Gruppe - alle sahen gleich aus und so saßen sie eben da. Keiner wollte einen Schafhirten spielen.

Ich denke, den Schafhirten in der Weihnachtsgeschichte wird zu wenig Beachtung geschenkt. Immerhin sind sie die ersten, denen die Engel von der Geburt Jesu Christi erzählen. Sie gehören zu den ersten, die Jesus zu sehen bekommen. Und sie sind die ersten, die die gute Nachricht anderen weitererzählen. K…

Du sollst nicht stehlen - Vom Wohlstand

(Predigt in der EmK Recklinghausen)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.

„Viel Glück und viel Segen
auf all deinen Wegen
Gesundheit und WOHLSTAND
sei auch mit dabei“.

Wohlstand? Heißt das nicht „Gesundheit und Frohsinn“? Ja, so singen wir das immer. Aber überraschenderweise heißt es eben eigentlich nicht „Gesundheit und Frohsinn“, sondern „Gesundheit und Wohlstand“. Zumindest im ältesten erhaltenen Text dieses Liedes aus dem „Jungbrunnen-Liederbuch“ von 1937. Erstaunlich, was?

Da stellt sich die Frage: Wie und warum ist aus dem Wohlstand der Frohsinn geworden? Das Lied, das wir gerne zu Geburtstagen singen, ist ein echtes Volkslied. Wir finden es heute nicht mehr in Liederbüchern, sondern es wird von Mund zu Mund überliefert und von einer Generation an die nächste weitergegeben. Vor allem in kirchlichen Kreisen ist es beliebt. Und genau da, vermute ich, liegt der Hase im Pfeffer:

Christinnen und C…