Dienstag, 29. Juni 2010

Die Jaiama-Clinic hat eine neue Hebamme

Seit vielen Jahren unterstützt die EmK-Weltmission das Gesundheitszentrum der United Methodist Church in Jaiama, Sierra Leone. Wie wichtig die Arbeit ist, die dort getan wird, kann man hier nachlesen.

Im Jahr 2009 haben wir - erfolglos - versucht, aus Deutschland eine Hebamme nach Jaiama zu entsenden. Bisher war dort keine Hebamme tätig, obwohl die Geburtshilfe zu den wichtigsten Aufgaben des Gesundheitszentrums gehört. Die Mütter- und Kindersterblichkeit unter der Geburt ist in Sierra Leone sehr hoch, besonders in den ländlichen Bereichen, in denen Jaiama liegt. Die Enttäuschung bei allen Beteiligten war groß, als die Entsendung der Hebamme aus Deutschland abgebrochen werden musste.

Doch nun gibt es Hoffnung, denn am 1. Juli nimmt Kanie Turay ihre Arbeit im Jaiama Health Center auf. Kanie Turay ist eine der wenigen einheimischen Hebammen in Sierra Leone. Sowohl die Dorfältesten in Jaiama als auch die regionale Gesundheitsbehörde haben ihrer Einstellung in der Clinic bereits zugestimmt.

Bischof Yambasu schreibt: "Alle sind sehr glücklich, dass wir Kanie Turay gefunden haben. Ich bin guter Hoffnung, dass sie genau die Frau ist, die wir in Jaiama brauchen."

Die EmK-Weltmission wird auch weiterhin die Gehälter der Angestellten in der Jaiama Clinic bezahlen, wozu nun auch Kanie Turay gehört, und so der Kirche in Sierra Leone helfen, die wichtige Arbeit dort fortzuführen.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Gerechtigkeit ist Mission

Die Mission der Kirche ist nach methodistischem Verständnis ganzheitlich. Alles tun, um Menschen mit der Liebe Gottes in Berührung zu bringen, das ist gemeint. Dazu gehören Worte und Taten, Evangelisation als Einladung zur Jüngerschaft, praktische Hilfe und soziale Arbeit - und eben auch der Einsatz für Gerechtigkeit, für Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.

Immer wieder kommt es vor, dass ich auf die Arbeit der EmK-Weltmission angesprochen werde: Ist das denn Mission?, lautet dann die kritische Frage, wenn es um manche Projekte geht, die wir fördern und die sich dem Einsatz für Gerechtigkeit widmen. Ja, unbedingt, so lautet meine Antwort, denn die Einladung zur Nachfolge und die praktische Zuwendung zum Nächsten kann man nicht trennen. Schon bei Jesus war das so. Er "ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte... und predigte das Evangelium vom Reich und heilte..." (Matthäus 8,35)

Das Evangelium predigen und heilen - beides gehört zusammen und ist untrennbar, wenn unsere Sendung die Sendung Jesu ist.

Die EmK-Weltmission hat deshalb jetzt einen Flyer herausgegeben, der sich in besonderer Weise dem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung widmet. Vielleicht ist er manchen eine Hilfe, wenn auch sie mal gefragt werden: Und das soll Mission sein? Der Flyer kann auf der Homepage heruntergeladen werden.

Dienstag, 1. Juni 2010

Afrika und Horst Köhler

"Ich bleibe dabei: Für mich entscheidet sich die Menschlichkeit unserer Welt am Schicksal Afrikas." Horst Köhler

Krieg darf weder ein Mittel der Politik sein, noch eines zur Erreicherung oder Sicherstellung wirtschaftlicher Interessen. Das ist meine Position, und deshalb teile ich die Kritik, die von vielen Seiten an den Interview-Äußerungen Horst Köhlers geübt wurde. Man muss kein Pazifist sein, um diese Kritik an ihm zu unterstützen.

Und Politiker(innen), auch der Bundespräsident, müssen in einer lebendigen Demokratie mit Kritik nicht nur leben können, sondern sie fördern und herausfordern. Deshalb wundere ich mich über Horst Köhlers Rücktritt und verstehe ihn nicht wirklich.

Trotzdem finde ich es schade, dass er nun weg ist, und zwar aus zwei Gründen:

  • Erstens hat er gerade in den letzten Monaten, in denen viele ihm ja vorwarfen, er sei zu still geworden, aus meiner Sicht wichtige Beiträge zur politischen Diskussion aus der Sicht der christlichen Soziallehre geliefert. Ich fand es schon beeindruckend, wie er sich vom Vertreter freier Märkte gewandelt hat zu jemandem, der ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Freiheit und Kreativität der Märkte einerseits und sozialer und ökologischer Regulierung als Voraussetzung dafür andererseits gefordert hat.
  • Und zweitens war Horst Köhler in meinen Augen einer der wenigen, ganz sicher aber einer der wichtigsten Fürsprecher(innen) Afrikas in der politischen Debatte in Deutschland. Diese Stimme, die um Interesse für Afrika geworben und versucht hat, Dialoge nicht nur über Afrika, sondern mit Afrianer(inne)n zu initiieren, wird nun fehlen.
Schade.