Montag, 31. Mai 2010

Mamaweh

Eine Woche lang war meine Frau Daniela also zur Fortbildung auf Langeoog und ich allein mit unseren drei Töchtern zu hause.

Am vergangenen Donnerstag kam dann abends unsere Jüngste - Jael - zu mir und weinte. Auf meine Frage, was los sei, antwortete sie schniefend: Papa, erstens hab ich mir hier wehgetan (und zeigte auf ihre Schulter) und zweitens hab ich Mamaweh.

Natürlich tat sie mir Leid und ich hab sie getröstet, aber heimlich musste ich schmunzeln und wurde dann nachdenklich: Mamaweh. Was für ein schönes Wort. Wie Heimweh, und das Heim, das Zuhause, ist eben für dieses (nur für dieses?) Kind nicht nur das Haus, in dem sie lebt, dieser bestimmte Ort, sondern auch die Person, die Mama.

Ganz schön schlau, und ich hab wieder was gelernt: Zuhause, Heimat, das sind keine (oder zumindest nicht nur) Orts- sondern Personenbezeichnungen. Ist was dran, oder?

Gott hält sie fest an der Hand

Mich begeistert die heutige Tageslosung aus Psalm 37, 23-24: "Von Gott kommt es, wenn die Schritte der Menschen fest werden. Gott hat Gefallen an ihrem Weg. Fallen sie, so stürzen sie doch nicht. Denn Gott hält sie fest an der Hand."

Wunderbare Worte, oder?
  • Gott hat Gefallen an unserem Weg. Er/Sie interessiert sich für uns, wir sind für Gott nicht unwichtig, uninteressant.
  • Das zu wissen und dessen ganz sicher zu sein, lässt unsere Schritte fest werden. Mich beeindrucken Menschen mit festem Schritt sehr, wenn ich sie sehe. Auch sie machen Fehler, auch sie haben Fragen und müssen sich immer wieder klar machen, in welche Richtung sie gehen wollen. Aber dann gehen sie mit festem Schritt. Das will ich lernen.
  • Das heißt nicht, dass wir dann nicht mal hinfallen. Wir werden hinfallen, immer wieder. Wir werden weiter Fehler machen, uns auch mal verrennen, die Übersicht verlieren. Aber trotzdem wissen wir: Gott hält uns an der Hand, interessiert sich für uns, gibt uns festen Schritt. Da lohnt es sich doch, wieder aufzustehen, oder?

Donnerstag, 20. Mai 2010

Das 4. Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren - Alt und Jung

Predigt in der EmK in Recklinghausen am 23.05.2010

Die Zuwendung unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Wohl kaum ein Thema ist so konflikt-geeignet wie das Verhältnis von Töchtern und Söhnen zu ihren Eltern oder das Verhältnis der Generationen (Alt und Jung) zueinander. Ich vermute, das ist so, seit es Menschen gibt auf dieser Erde. Schon Sokrates sagte vor rund 2.400 Jahren: "Die Jugend hat schlechte Manieren. Sie verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wenn sie arbeiten sollte. Die Jungen stehen, nicht auf, wenn Ältere den Raum betreten. Sie schlingen ihr Essen herunter und legen die Beine übereinander. Sie widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren ihre Lehrer." Seltsam, wie sich die Dinge über die Zeit hinweg gleichen.

Verschärft hat sich der Konflikt der Generationen speziell in Deutschland in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die sog. 68er protestierten gegen ihre Eltern, ja sie verachteten sie, denn in ihren Augen standen sie für die Täter der Nazi-Diktatur. Die Kinder standen fassungslos der Tätergeneration ihrer Eltern gegenüber und empfanden nichts als Abscheu und Wut.

Und heute? Die Schärfe der 68er-Auseinandersetzung ist nicht mehr da. Aber an ihre Stelle ist nicht ein neues Verständnis und neuer Respekt von Alt und Jung getreten, sondern vielfach Sprachlosigkeit und Fremdheit.

Meiner Ansicht nach stehen wir mitten in einer Zeitgeistwende, die sich nicht nur, aber auch an Alt und Jung festmacht.
  • Die Älteren sind ganz und gar Kinder der Moderne: Sie sind geprägt vom Zeitalter des stetigen technischen und wissenschaftlichen Fortschritts, der großen politischen und gesellschaftlichen Entwürfe, des wirtschaftlichen Wachstums, der Sicherheit und manchmal auch der großen Glaubensgewissheit.
  • Die Jungen aber sind bereits postmodern geprägt, sie misstrauen all diesen Verlässlichkeiten. Ihr Glaube zum Beispiel lebt viel weniger von Glaubensbekenntnissen und Sicherheiten, als vom Wagnis, vom Fühlen, von der Emotion. Sie können mit dem Begriff "Nachfolge Jesu" viel mehr anfangen als mit dem "Glauben an" irgendetwas. Fragen wie "Was glaubst du?" oder "Welches Bekenntnis / welche Konfession hast du?" sind für diese Jungen unwichtig geworden. Wichtiger sind ihnen Fragen wie "Wie lebst du?" oder auch "Was spürst du?" Sie glauben auch nicht mehr daran, dass ein politischer Entwurf die Menschen zum Glück führen könnte oder dass die Welt durch den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt etwa immer besser werden könnte.

In den Augen der Älteren sind diese jungen, postmodern geprägten Leute scheinbar vor allem bindungslos und entscheidungsunfähig, sie treiben hin und her ohne Gewissheiten und Sicherheiten, ohne Verlässlichkeit. Die Jungen selbst aber legen viel mehr Wert darauf, dass sie Suchende sind, weil Suchen in ihren Augen wichtiger ist als die Gewissheit, die Wahrheit schon gefunden zu haben. Zu oft, so sehen es die Jungen, haben sich solche Wahrheiten nämlich im Nachhinein schon als falsch, ja katastrophal herausgestellt.

Diese Auseinandersetzung zwischen Moderne (dafür stehen hier die Älteren) und Postmoderne (dafür stehen die Jüngeren), die ich mit diesen Bemerkungen nur andeuten kann, ist weit weniger kämpferisch als frühere Generationenkonflikte. Aber sie ist nicht weniger tiefgreifend. Und sie führt eben nicht zu kämpferischen Auseinandersetzungen (wie noch bei den 68ern und ihren Eltern), zu einem befreienden Streit zwischen Jung und Alt, sondern eher zu gegenseitiger Verständnis- und Sprachlosigkeit. Jung und Alt haben die gemeinsame Sprache, auf deren Grundlage man sich überhaupt erst streiten kann, weitgehend verloren. Sie verstehen einander nicht mehr.

Vor diesem Hintergrund geht es mir heute um das Verhältnis von Alt und Jung.

Die 10 Gebote wollte ich in dieser Predigtreihe verstehen und auslegen als Hinweise für ein authentisches Leben als Christ heute. Nicht so sehr als einzelne Bestimmungen also, sondern als Eröffnung von Feldern, in denen dieses Leben als Christin oder Christ gelebt werden kann. Im ersten Gebot haben wir als ein solches Feld - und als das grundlegende - unser Verständnis von uns selbst in Beziehung zu Gott erkannt. Im zweiten Gebot ging es um die Sprache: Im Umgang mit Sprache haben wir die Chance, unser Leben in der Nachfolge praktisch werden zu lassen. Im dritten Gebot ging es um unser Verhältnis zur Zeit, und wir wurden eingeladen zu einem befreiten Umgang damit, der auch ungenutzte Zeit kennt. In den nächsten Predigten wird es dann um die Heiligkeit des Lebens, um das Eigentum, die Ehe und um andere Felder der Nachfolge gehen. Alle diese Bereiche oder Felder sind Ortsanweisungen: Hier, sagen die 10 Gebote, ist authentischer christlicher Lebensstil gefragt und möglich.

Das 4. Gebot, um das es mir heute geht, weist uns hin auf das Verhältnis der Generationen zueinander als ein wichtiges solches Feld, in dem wir unser Christsein praktisch werden lassen können. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Zuerst möchte ich dabei sagen, wie ich das Gebot nicht verstehen will: Es ist
1. nicht nur an die Söhne und Töchter, sondern auch an die Eltern gerichtet und es ist
2. keine Aufforderung zu blindem Gehorsam und zur geduckten Unterordnung Autoritäten gegenüber.

Zu 1.: Das Gebot richtet sich nicht einseitig an die Töchter und Söhne, sondern - im Gesamtzeugnis der Bibel - an alle Generationen. (Lies: Epheser 6,1-4) Das Verhältnis der Generationen untereinander als Feld, authentisch in der Nachfolge zu leben, das ist eine Platzanweisung nicht nur für die Jüngeren, die Töchter und Söhne, sondern für alle.

Im antiken Israel ging es vor allem darum, die Jüngeren und Kräftigen daran zu erinnern, dass sie Verantwortung tragen für ihre Elterngeneration, die nicht (mehr) für sich selbst sorgen konnte. Und dem Alter mit besonderem Respekt zu begegnen, das kann - und sollte in meinen Augen - auch heute noch eine wichtige Aufforderung an die Jüngeren sein. Aber die Verantwortung für ein gelingendes Zusammenleben von Alt und Jung, die liegt bei beiden. Ein Verständnis der Generationen hängt nicht nur vom Respekt der Jungen den Alten gegenüber ab, sondern vom gegenseitigen Respekt beider.

Und zu 2.: Wenn hier von "ehren" die Rede ist, dann sollten wir das nicht als blinden Gehorsam vor der elterlichen Obrigkeit verstehen. Lange Zeit ist das Gebot ja so ausgelegt worden, und das mit einer verhängnisvollen Wirkungsgeschichte, weil der bedingungslose Gehorsam bald nicht nur den Eltern, sondern auch den Lehrern, den Polizisten und dem Staat gegenüber gefordert wurde. Da zog sich dann eine gerade Linie vom Hausvater bis zum Landesvater und mit diesem Gebot wurde begründet, dass es den Untertanen nicht zusteht, diesen Vätern auch nur zu widersprechen, geschweige denn gegen sie aufzubegehren, weil sie stellvertretend für den Vater im Himmel mit harter Hand herrschen sollen und dürfen (siehe zum Beispiel Luthers Großer Katechismus). Selbst der Gehorsam gegenüber dem faschistischen Unrechtsstaat ist von mancher Kanzel herab mit dem 4. Gebot begründet worden. Nein, so will ich und wollen wir das 4. Gebot nicht mehr verstehen. Schon Jesus war ein solcher unkritischer Untertanensinn gegenüber seinen Eltern fremd. (Lies Johannes 2,3-4)

Wie können wir das Gebot aber dann auslegen? Wie kann es uns helfen, über die Generationen hinweg sprachfähig zu werden und zu einem respektvollen und gelingenden Umgang miteinander zu finden, der uns alle bereichert? Wie kann die Bibel uns helfen im Umgang von Alt und Jung miteinander?

Ich glaube, diese Hilfe besteht in drei Einsichten:

1. und grundlegend: Die gemeinsame Begeisterung für Jesus macht uns sprachfähig füreinander.

Wir haben heute Pfingsten und haben gerade den Text aus Apostelgeschichte 2 gehört. Dass sich Menschen von Jesus begeistern lassen, so wird dort erzählt, führt dazu, dass sie Sprachgrenzen überwinden. Plötzlich verstehen sie einander, obwohl sie unterschiedliche Sprachen sprechen. "Und ein jeder hörte sie in seiner Sprache reden."

Ich habe vorhin deutlich gemacht, dass sich meiner Meinung nach der Konflikt der Generationen heute vor allem in Sprach- und Verständnislosigkeit zeigt und weniger in offenem Streit. Nach dem Hören von Apostelgeschichte 2 frage ich nun: Wer, wenn nicht wir, die von Jesus begeistert sind, soll denn diese Sprachlosigkeit überwinden? Das Pfingstfest ist doch die Verheißung, dass das möglich ist.

Und ich erlebe das auch, zumindest machmal, hier in der Gemeinde. Dann zum Beispiel, wenn wir hier im Gottesdienst beides zulassen: die (moderne) Herangehensweise der Alten mit biblischer Lehre, vielen Texten und Bekenntnisliedern und die (postmoderne) Form der Jungen mit offenen Zeiten der Stille, der Bewegung, der Körperlichkeit, der persönlichen Gebete und des Lobpreises. Da erlebe ich dann, dass wir einander nicht nur zuhören, sondern auch verstehen. "Und ein jeder hörte sie in seiner Sprache reden." Ich möchte uns ermutigen, da weiterzumachen und das immer mehr mutig einzuüben, damit die Gemeinde ein Ort wird, an dem die Sprachlosigkeit zwischen Alt und Jung überwunden ist. Wir sind seit Pfingsten eingeladen, die Begeisterung von Jesus zu spüren und auszuleben, auf unterschiedliche Art und Weise. Und vielleicht fragen auch wir dann manchmal überrascht: "Was will das werden?" Dann hoffe ich, dass einer von uns aufsteht und - wie Petrus - erklärt und daran erinnert: "Diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, sondern begeistert von Jesus."

Ich bin überzeugt: Wenn wir es schaffen, unsere Begeisterung von Jesus in den Mittelpunkt unserer Gemeinde und unserer Gottesdienste zu stellen und uns unvoreingenommen zuzuhören, wenn wir den Mut aufbringen, uns einzubringen und wenn wir es schaffen, uns gegenseitig auch dann zu ertragen, wenn uns der Stil und die Sprache der anderen fremd erscheint, dann können auch wir die Pfingsterfahrung machen, dass wir uns plötzlich wirklich verstehen und dass Alt und Jung ihre Sprachfähigkeit wiederentdecken. Dann wird die Gemeinde wirklich ein Modell für die ganze Gesellschaft.

2.: Die Begeisterung für Jesus schenkt uns Respekt füreinander.

Wenn wir, Alte und Junge, so sprachfähig miteinander werden, dann werden wir schnell merken, dass uns etwas Grundlegendes eint: Alles, was oben gesagt wurde über den tiefen Graben zwischen Moderne und Postmoderne, stimmt nach wie vor. Und es ist und bleibt wahr: Das Denken der Generationen, ihr Fühlen, ihre Kultur, ihr Lebensstil, ihre Sprache usw. trennt heute Alt und Jung mindestens so stark, vielleicht noch grundsätzlicher und stärker als in früheren Zeiten. Aber dass wir begeistert sind von diesem Einen, von Jesus, davon, wie er gelebt hat und lebt, dass wir uns von ihm anrühren und verändern lassen, das eint uns über alle diese Grenzen hinweg.

Wir drücken das in unterschiedlichen Worten, Liedern, Gesten, Gottesdienst- und Gebetsformen aus, das stimmt. Aber es ist der gleiche Jesus, mit dem wir leben und der uns begeistert. Und deshalb können wir einander mit Respekt und Achtung, ja mit Liebe begegnen. Jesus spricht Alte wie Junge mit der gleichen Botschaft von Gottes Liebe und Herrschaft an und wir dürfen uns darauf verlassen, dass seine Ansprache auch wirkt. Dieses Wirken drückt sich bei Alten und Jungen ganz unterschiedlich aus, aber es ist das gleiche Wirken.

Lasst uns darauf achten, hier in der Gemeinde, in unseren Familien, auf der Arbeit und wo auch immer, dass wir das immer im Sinn behalten: Alte und Junge ticken in vielerlei Hinsicht unterschiedlich, aber Jesus wirkt an beiden und kann beide für sich begeistern. Lasst uns wachsam, mit offenen Augen und mit weitem Herzen zu entdecken versuchen, wo Jesus in den anderen wirkt. Dann, da bin ich sicher, entsteht ein neuer Respekt von Jungen den Alten gegenüber und auch umgekehrt. Und

3. und letztens: Die Begeisterung für Jesus macht uns verantwortlich füreinander.

Ich habe schon darüber gesprochen, dass Jesu Beziehung zu seinen Eltern alles andere als spannungsfrei war. Besonders in seiner Pubertät, aber auch später, ist es da zu ganz schön heftigen Verwerfungen gekommen. Denkt nur an den 12-jährigen Jesus im Tempel, der seinen Eltern ausreißt, den sie lange suchen müssen und der sie dann, als sie ihn endlich gefunden haben und heilfroh darüber sind, anblöfft: Warum habt ihr mich gesucht? Denkt an sein grobes Wort: Frau, was geht's dich an, was ich tue? Oder an seinen Satz: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun. Ganz schön heftig. Sicher sollte uns das mahnen, in der Familie nicht zu viel zu erwarten. Konflikte zwischen Jung und Alt, zwischen Töchtern und Söhnen und Eltern sind normal und wohl auch notwendig. Die Ablösung der Kinder von den Eltern, das Selbstständig-Werden, Selbst-Denken, Selbst-Verantworten sind Voraussetzungen dafür, dass es zu einer reflektierten, erwachsenen Form des Respekts, der Achtung und des Verständnisses füreinander kommen kann. So manche psychische Erkrankung hat ihre Ursache darin, dass es im Leben des oder der Erkrankten nie zu einer solchen Loslösung aus der elterlichen Autorität gekommen ist.

Aber am Ende seines irdischen Lebens, am Kreuz, zeigt Jesus noch etwas anderes: Er übernimmt Verantwortung und er gibt diese Verantwortung weiter an die Alten für die Jungen und an die Jungen für die Alten. Frau, das ist jetzt dein Sohn, sagt er zu seiner Mutter in Bezug auf seinen Lieblingsfreund. Er vertraut ihn ihr sozusagen als Adoptivsohn an und bittet sie, ihm Mutter zu sein, ihn zu begleiten, zu beraten und ihm ins Leben zu helfen. Siehe, das ist deine Mutter, sagt er dann zu seinem Freund. Er bittet ihn damit, Maria ein Sohn zu sein, einer, der Verantwortung für sie übernimmt, der sie herausfordert, so wie Jesus das immer wieder getan hat.

Für mich ist diese Geschichte sehr wichtig, weil sie zeigt: Jesus bringt Alte und Junge zueinander und bittet sie, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Das gilt für die Familie, aber nicht nur für sie.

  • Wenn wir von Jesus begeistert sind wie sein Freund und Jünger es war, dann haben wir Verantwortung für unsere Mütter und Väter im Glauben. Wir dürfen und sollen ihnen wie Söhne und Töchter sein: hilfreich-kritisch, herausfordernd, liebevoll-streitbar.
  • Und wenn wir schon fast ein ganzes Leben lang mit Jesus unterwegs sind wie Maria es war, dann haben wir Verantwortung für die Jungen im Glauben. Wir dürfen und sollen ihnen Vater und Mutter sein: ebenso hilfreich-kritisch, herausfordernd, liebevoll-streitbar.
Das setzt voraus, dass wir nicht unter Unseresgleichen bleiben wollen, sondern das Gespräch miteinander suchen. Ich glaube, wir alle profitieren davon, wenn wir uns einander auch mitteilen und gegenseitig wahrnehmen: die Alten von den Jungen, die Jungen von den Alten. Die Voraussetzungen dafür sind nirgendwo so gut wie hier in der Gemeinde, denn die Begeisterung für Jesus macht uns sprachfähig füreinander, sie schenkt uns Respekt füreinander und sie lässt und füreinander verantwortlich werden.

Diese Begeisterung, nicht nur zu Pfingsten, wünsche ich uns allen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft und unsere Zweifel, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem gemeinsamen Herrn, Amen.