Samstag, 27. März 2010

Poverty and Justice Bible

Endlich ist sie da. Ich hab lange darauf gewartet, und nun liegt sie neben mir: die Poverty and Justice Bible. Schon lange fand ich das ein tolles Projekt: eine Bibel in - auch für Zweitsprachler - leicht lesbarer englischer Übersetzung (Contemporary English Version) mit dem Ziel, besonders die Leidenschaft Gottes für Arme und für Gerechtigkeit in der biblischen Botschaft klar zur Sprache zu bringen. Nun kann ich selbst prüfen, wie das gelungen ist.

Mein erster Eindruck: Wirklich klasse. Tatsächlich liest sich die Bibel gut und ich brauche kein Wörterbuch. Es ist ein einfaches, gut lesbares und durchaus schönes Englisch. In der Bibel sind insgesamt über 2.000 Stellen farblich markiert (wie mit einem orangenen Textmarker), in denen es um Armut geht, um Recht und Gerechtigkeit, um Solidarität. Ich empfinde das beim Lesen nicht als Bevormundung, sondern als wohltuendes Aufmerksam-Machen auf dieses Thema. Manchmal ist das vielleicht unbequem, aber das darf und soll ja auch so sein. Und schon beim ersten Blättern wird klar: Der Gott, von dem hier erzählt wird, ist leidenschaftlich engagiert für Gerechtigkeit.

Dazu enthält die Bibel in der Mitte eine Art Studienteil mit richtig vielen kleinen Bibelarbeiten bzw. biblischen Impulsen zum Nachdenken oder auch für Kurzandachten oder Hauskreisabende. Sie laufen unter dem Titel 3D, denn zu jedem Thema gibt es neben einem Bibeltext einen Abschnitt "Discover", der Anregungen gibt, den Text auszulegen und zu reflektieren, einen Abschnitt "Dream", der kurze Fragen zum Weiterdenken stellt und einen Abschnitt "Do" mit praktischen Anregungen zum Beten und Handeln.

Es macht Spaß, mit dieser Bibel umzugehen. Und bestimmt entdecke ich dabei noch viel Neues und werde herausgefordert. Ich freu mich drauf.

Freitag, 12. März 2010

Die Macht der Zunge - Das zweite Gebot

Aufriss einer Predigt, gehalten in der EmK Recklinghausen am 14. März 2010

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei und bleibe mit euch allen. Amen.
Heute also Teil 2 unserer Predigtreihe über die 10 Gebote. Ihr erinnert euch noch an die Auslegung des ersten Gebotes? Falls nicht, hier eine kurze Zusammenfassung der zentralen Gedanken:

  • Das erste Gebot richtet sich nicht gegen fremde Religionen oder gegen den Atheismus, sondern fragt uns, auf wen oder was wir unser Vertrauen richten.

  • Gott bietet uns an, dass wir uns ganz an ihn hängen, nicht an Gut oder Geld, nicht an Ehre und Ansehen, sondern allein an ihn.

  • Gott bietet uns an, dass er uns gerecht macht: frei und umsonst. Wir müssen nicht selbst-gerecht nach seinen Maßstäben sein und wir können das auch nicht. Er macht uns gerecht, indem er uns die Gerechtigkeit Jesu zuspricht.

  • Dem ersten Gebot folgen heißt: mein Herz ganz an Gott hängen und ihm vertrauen. Es ist deshalb nicht nur Gebot, sondern zugleich – und zuerst – An-Gebot.
Die neun Gebote, die nun folgen, sind nichts anderes als Auslegung dieses ersten Gebotes. Sie wollen Antwort geben auf die Frage: Was heißt das konkret: Gott allein vertrauen und mein Herz an ihn hängen? Wie zeigt sich das in meinem Leben? Da geht es dann um ganz unterschiedliche Lebensbereiche: um mein Zeitmanagement, um mein Sexualleben, um mein politisches Engagement, um meine Arbeit und meinen Besitz usw. Jedes Gebot widmet sich einem anderen Thema, aber immer geht es dabei um diese eine Frage: Gott vertrauen und ihm folgen - so wie es das erste Gebot fordert und zugleich anbietet-, wie sieht das konkret aus?
Und heute? Heute geht es um die Beantwortung dieser Frage im Hinblick auf das gefährlichste Körperteil, das wir als Menschen haben. Nein, damit ist kein Sexualorgan gemeint und nein, damit ist auch nicht unsere Faust gemeint, obwohl die bei manchen von uns schon ganz schön gefährlich sein kann. Das gefährlichste Körperteil, das wir haben, ist unsere Zunge. Um sie geht es deshalb zuerst. Und in Bezug auf sie heißt es: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
An unserer Zunge, an dem, was wir sagen, entscheidet sich also zuallererst unsere Glaubwürdigkeit als Menschen, die mit Gott leben.
Warum ist das so? Jakobus erklärt, warum die Zunge so wichtig ist. Jak. 3,2-5. Mit der Zunge kann ich aufbauen, ermutigen, stark machen, loben, unterhalten, erfreuen, zum Lachen bringen und eben dadurch Gott bezeugen und glaubwürdig Jünger Jesu sein. Mit meiner Zunge kann ich aber auch unterdrücken, entmutigen, frustrieren, beschimpfen, beschämen, klein machen und klein halten, zum Weinen bringen und eben damit als Jünger Jesu völlig unglaubwürdig werden.
Gott aber hat nun im ersten Gebot gesagt, dass er der Herr sein will über unser ganzes Leben, dass er mit seiner Liebe und Befreiung, die er uns schenkt, alle unsere Lebensbereiche prägen und verändern will. Deshalb soll auch und zuerst das, was unsere Zunge tut, vom vertrauen auf ihn geprägt sein. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen.
Es ist doch so: Wenn du als Christ leben willst, dann werden andere genau auf das achten, was du tust und zuallererst: was du sagst. Stimmts? Kennt ihr das? Von dem Moment an, in dem die Arbeitskollegin oder der Nachbar erfahren, dass du Christ bist und dich zur Gemeinde hältst, stehst du unter Sonderbeobachtung. Du bist sozusagen auf Bewährung. Jedes Wort, das du sagst, wird von deinen Mitmenschen abgewogen und beurteilt. Ist das echt? Passt das zu seinem Christsein? Und wenn du dann einmal ungerecht zu jemandem bist oder deine kleine Tochter anschreist oder eine sexistische Bemerkung machst oder oder oder, dann werden andere das nicht nur kritisieren, wie sie es bei jedem tun. Nein, zusätzlich werden sie dir zu verstehen geben: Du bist doch so fromm. Von dir als Christ hätte ich anderes erwartet.
Wir können das o.k. finden oder auch blöd, nur ändern können wir es nicht. Wir müssen so oder so damit leben. Wir sind immer Zeugen für Jesus, entweder glaubwürdige Zeugen oder unglaubwürdige. Entweder sehen unsere Mitmenschen an uns, dass der Glaube echt ist, dass es etwas mit ihm auf sich hat und dass er Menschen wirklich verändern und prägen kann, oder sie sehen an uns, dass der Glaube Quatsch ist.
Gott weiß das, und im zweiten Gebot gibt er zu verstehen: Er nimmt das auch ernst. Mit dem, was wir sagen und wie wir unseren Glauben damit bezeugen, machen wir nicht nur uns selbst als Jünger glaubwürdig oder eben unglaubwürdig, sondern auch ihn, unseren Herrn. Wir ehren seinen Namen oder wir missbrauchen ihn, je nachdem, wie wir mit unserer Zunge umgehen. Man könnte auch sagen: Es ist Gott schlicht und einfach peinlich, wenn das, was aus unserem Mund kommt, nicht zu ihm, zu seiner Liebe allen Menschen gegenüber und zu seinem Willen, alle Menschen frei zu machen und aufzubauen, passt.
Also zusammengefasst: Das zweite Gebot sagt uns zunächst dass, dass es wichtig ist, was aus unserem Mund herauskommt. Was wir sagen, soll zu unserem Glauben passen, es s authentisch sein und uns als Christen glaubwürdig sein lassen. Das ist Gott wichtig.
Aber hilft uns das wirklich weiter? Ich weiß nicht, ob es euch genauso geht wie mir, aber ich bin von diesem Gebot absolut angesprochen. Volltreffer, gewissermaßen. Eine meiner großen Schwächen war es immer, dass ich häufig Leute verletze mit dem, was ich sage. Leute, die ich eigentlich nicht verletzen wollte. Oft tat es mir hinterher Leid. Und auch heute noch geht mir das manchmal so, obwohl ich schon besser auf meine Worte aufpasse als früher. Ich tue das, weil ich weiß, wie gefährlich Worte sein können und weil ich um all die Zusammenhänge weiß, die ich gerade dargestellt habe. Und: Ich tue das, weil ich das ja will: glaubwürdig Christ sein, ein Mensch, bei dem Glauben, Reden und Handeln zusammenpassen. Nur das Wissen allein, dass Gott das will, hilft mir noch nicht, es zu schaffen. Jakobus hat ja ganz recht: Ein Mensch, der seine Zunge unter Kontrolle hat, ist selten, sehr selten.
Wie aber können wir es schaffen, das zu lernen? Wie gelingt es uns, unsere Worte besser zu kontrollieren? Wie schaffen wir das, Gottes Namen nicht zu missbrauchen, sondern so zu reden, dass wir Zeugen der Liebe Gottes sind und glaubwürdige Jünger Jesu? Gibt es ein Hilfsmittel, eine Technik, die uns helfen könnte?
Lasst und lesen, was Jesus zu diesem Thema sagt: In seiner Zeit galt es als besonders wichtig für fromme Leute, die mit Gott leben wollten, ganz genau aufzupassen, was man isst und trinkt. Einen Menschen, so sah man das damals in Israel, der mit Gott lebt, erkennt man daran, dass er sorgfältig darauf achtet, nichts Unreines zu sich zu nehmen. Und was sagt Jesus dazu? Matthäus 15, 10-11.17-20.
Was aus dem Mund herauskommt, sagt Jesus, kommt aus dem Herzen. Ich meine, hier liegt der Schlüssel für unsere Frage, wie wir unsere Zunge unter Kontrolle bekommen können. Wenn wir mit unserer Zunge Gott Ehre machen wollen und nicht Unehre, dann geht das nur so, dass wir unser Herz ändern. Es kommt darauf an, was wir im Herzen tragen. Da liegt der Schlüssel.
Ich möchte versuchen, das zu übersetzen in unsere Zeit und unsere Sprache. Das, was Jesus das Herz nennt, ist unser Autopilot. Wir alle haben so einen Autopiloten. Oft bemerken wir ihn nicht. Unser Autopilot ist das, was uns antreibt, wenn wir nicht darüber nachdenken, was wir gerade tun. Unser Autopilot, das meint unsere inneren Werte, unsere Überzeugungen von dem, was gut ist und richtig. Unser Autopilot ist das Bild, das wir in uns tragen, wie wir sein wollen. Nur selten handeln und reden wir ja gut überlegt. Wenn wir das immer täten, dann hätten wir sicher unsere Zunge auch besser unter Kontrolle. Aber allein schon die Zeit fehlt uns dazu im Alltag, immer erst zu überlegen: Was passt zu einem Jünger Jesu? Wie soll ich jetzt reagieren? Was kann ich sagen, was Jesus entspricht und Gott Ehre macht. Stimmts? Kein Mensch hat diese Zeit. Also sagt Jesus: Was ihr sagt, das was aus eurem Mund herauskommt, ist bestimmt von dem, was in eurem Herzen ist. Euer Autopilot ist es, der eure Zunge steuert.
Aber so ein Autopilot, und das ist die gute Nachricht, der steuert ja in die Richtung, in die ich ihn vorher einstelle. So ein Autopilot muss gefüttert werden mit Koordinaten, wohin die Reise gehen soll. Und wenn diese Koordinaten stimmen, dann stimmt auch die Richtung, in die der Autopilot uns führt. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. So ist das. Die Frage ist nur: Womit ist dein Herz denn angefüllt? Das kann, wie Jesus es beschreibt, eine Fülle von bösen Gedanken, Werten und Zielen sein. Das kann aber auch die Liebe Gottes sein.
Wir selbst haben es in der Hand, unseren Autopiloten mit den richtigen Daten zu füttern. Und das ist es, was wir tun können, um unsere Zunge zu kontrollieren und das zweite Gebot ernst zu nehmen. Unser Autopilot wird programmiert durch die Koordinaten, mit denen wir ihn füttern. Und wie tun wir das? Wir füttern unseren Autopiloten mit dem, womit wir uns beschäftigen, worüber wir nachdenken, was wir „verinnerlichen“. Die Tradition nennt das Meditieren. Meditation heißt, unabhängig von Techniken, die man dabei anwenden kann, sich Zeit zu nehmen, um gründlich und immer und immer wieder über etwas, was einem wichtig ist, nachzudenken. Maria, heißt es in der Bibel, bewegte diese Worte in ihrem Herzen. Das ist Meditation: etwas im Herzen bewegen. Sie fütterte ihren Autopiloten. Oder Psalm 1, 2-3.
Wenn wir also zugeben, dass wir nicht immer nur das aussprechen, worüber wir vorher gründlich nachgedacht haben - getreu dem Motto: Erst denken, dann reden -, dann heißt das: Unsere Zunge wird oft gesteuert durch unseren Autopiloten, durch die Werte und Ziele, die wir verinnerlicht haben. Gerade das, dass wir sie oft gar nicht bewusst gebrauchen, sondern spontan und unbewusst, das macht sie so gefährlich. Deshalb machen wir so oft Gott Unehre mit dem, was aus unserem Mund herauskommt. Auf diesen Autopiloten aber, der so oft das Ruder über unsere Zunge übernimmt, haben wir Einfluss. Das ist wichtig. Wir können ihm selbst die Koordinaten eingeben, die in die richtige Richtung führen.
Das ist nicht einfach, aber wir haben mächtige Waffen in der Hand, um das zu tun: um Gottes Werte zu verinnerlichen und unseren Autopiloten entsprechend zu programmieren. Zwei dieser Waffen will ich nennen:

  1. Die Meditation über die Bibel: Es kommt für Christen nicht darauf an, ein solides Bibelkundewissen zu haben. Es ist nicht wichtig, wie oft du die Bibel durchgelesen hast oder wie schnell du den 2. Johannesbrief findest, ohne im Inhaltsverzeichnis nachzusehen. Lass dir das nicht einreden. Was aber wichtig ist: Die Bibel enthält wunderbare Schätze, über die du meditieren kannst, die du wie Maria in deinem Herzen bewegen kannst. Du kannst sie lesen, aber nicht nur das. Du kannst sie durchbeten, sie auswendig lernen, sie dir vorsagen wieder und immer wieder, sie dir auf ein Zettelchen schreiben und in dein Portemonnaie legen, damit du immer wieder drauf siehst. Es kommt nicht darauf an, wie viel du liest, es kommt nicht auf Quantität an, sondern auf Qualität, also darauf, was du mit dem machst, was du liest, und wenn es nur ein einzelner Vers ist. Probier das mal mit dem Wochenspruch und meditiere ihn wirklich eine Woche lang immer wieder. Oder nimm die Tageslosung auf diese Weise mit auf die Arbeit, zum Einkaufen, zum Sport oder wohin auch immer. Das ist Meditation. Probier es aus, und du wirst merken, wie dich diese kleinen Schätze aus der Bibel prägen, mehr und mehr, wie du Gottes Werte mit ihrer Hilfe verinnerlichst und wie sie deinen Autopiloten programmieren und ihm die richtige Richtung geben. Du wirst merken, wie sie auch deine Sprache prägen, wie sie dir helfen, segensreiche Worte zu sprechen, die andere ermutigen und ihnen Gottes Liebe bezeugen. Und eine

  2. Waffe: Der Lobpreis Gottes. Unsere Anbetungslieder werden oft unterschätzt. Sie sind eine mächtige Waffe gegen die falschen Koordinaten unseres Autopiloten. Eine Schwester aus unserer Gemeinde erzählte einmal im Hauskreis bedauernd, dass es ihr schwerfällt, regelmäßig Stille Zeit zu halten und zu beten. Was sie aber kann und macht ist: Wenn sie Sorgen hat um ihre Kinder, um Geld oder ähnliches, oder wenn sie wütend ist und zornig, dann legt sie bei der Hausarbeit eine Feiert-Jesus-CD auf, dreht richtig laut auf und singt mit: beim Abtrocknen, Bügeln, Wäsche waschen. Und dann merkt sie nach einiger Zeit, wie die Sorgen verschwinden oder zumindest kleiner werden, wie der Zorn verraucht und verdrängt wird von der Freude an Gott. Großartig, dachte ich, und wirklich kein Grund, sich zu schämen. Was diese Schwester macht, ist: Sie programmiert durch den Lobpreis ihren Autopiloten. Sie singt ihm gewissermaßen seine Koordinaten ein: Gottes Werte. Und dann steuert der Autopilot sie in die richtige Richtung.
Zwei mächtige Werkzeuge, um unseren Autopiloten zu programmieren. Wie müssen sie nur benutzen.
Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen. Ich hab das so interpretiert, dass es bedeutet: Gott will, dass wir ihm mit unserer Zunge, mit dem was wir sagen, Ehre machen. Er will, dass wir authentisch sind als Jünger Jesu und dass er sich nicht für uns schämen muss, weil wir mit unseren Worten Unheil anrichten und unsere Sprache geprägt ist von anderen Werten als seinen. Sie soll geprägt sein von seiner Liebe gegenüber allen Menschen, sie soll andere aufbauen, sie stark machen, ermutigen, trösten, ihnen helfen, kurz: ihnen Gottes Liebe auf die verschiedenste Art und Weise zusprechen. Und: Sie kann das auch.
Dazu ist mehr nötig als Selbstkontrolle. Nötig sind neue Koordinaten unseres Autopiloten. Nötig ist, dass wir unser Herz füttern mit Gottes Werten und Zielen für uns. Um das zu tun, gibt uns Gott mächtige Werkzeuge in die Hand, die wir gebrauchen dürfen. Zwei habe ich genannt: die Meditation über die Bibel und den Lobpreis. Mit diesen Werkzeugen kann es uns gelingen, unserem Autopiloten, unserem Herzen die richtige Richtung zu geben und dadurch auch unsere Sprache zu prägen und zu gestalten zur Ehre Gottes.
Ich wünsche uns, dass der eine oder die andere von uns neue Erfahrungen macht mit diesen beiden Werkzeugen und sie einfach benutzt und ich würde mich freuen, wenn er oder sie uns dann demnächst von diesen Erfahrungen erzählt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.

Montag, 1. März 2010

Für seine Freunde - Einige Gedanken zum Monatsspruch

"Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt."

  • Jesus selbst spricht diesen Satz über sich und deutet damit seinen Tod als Hingabe seines Lebens für seine Freunde. Begleiten wird uns dieser Satz im Monat März bis zum Gründonnerstag am 1. April, also durch die gesamte Passionszeit.
  • Im letzten Jahr 2009 gab es auf Grund von Radioandachten eines Pastors aus der rheinischen Landeskirche eine weitreichende theologische Diskussion um die Frage, ob es heute noch sinnvoll ist, vom Opfertod Jesu zu sprechen. Welches Gottesbild steht hinter diesem Bild des Opfers?
  • Jesus selbst deutet hier seinen Tod nicht als Opfer für Gott, sondern als Hingabe für seine Freunde. Für mich ist Jesu Tod der Kern meines Glaubens: In ihm gibt Gott selbst sich hin. Nicht Gott wird ein Opfer gebracht, sondern Gott selbst opfert sich, um uns mit sich zu versöhnen, um unser Leben mit ihm ins Reine zu bringen.
  • Alle Schrecken, die der Tod für uns hat, alle unsere Angst, unsere Furcht, unser Versagen und unsere Schuld hat Gott schon für uns getragen. Es gibt keine Situation mehr, in der wir ohne Gott, also gottverlassen sein könnten. Alle Gottverlassenheit hat er selbst für uns getragen. Er, der am Kreuz ausruft: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.
  • Das ist seine große Liebe. Eine Liebe, die nicht größer sein könnte, denn wirklich: Er gibt sein Leben für uns hin. Für uns, die eben durch diese Hingabe zu seinen Freunden werden. Nicht mehr Knechte, sondern Freunde dürfen wir sein.
  • Interessant ist, dass Jesus den Satz im Zusammenhang mit dem Liebesgebot sagt. So wie er liebt, sollen, dürfen und können auch wir lieben.
  • Ich wünsche mir, dass mich durch den Passionsmonat März diese Gedanken begleiten: Das Staunen über Jesu Liebe, die Dankbarkeit für seine Hingabe, die Freude darüber, dass ich sein Freund sein darf und das Lernen von ihm, wie man liebt. Eine Liebe, die aus Fremden Freunde macht.