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Fasten mit John Wesley

Was ist Fasten?

Fasten bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch, für eine bestimmte festgelegte Zeit zu verzichten:
•aufs Essen und Trinken oder
•nur aufs Essen oder
•nur aufs Essen bestimmter Speisen.

Christlich verstanden ist Fasten der Verzicht aufs Essen als geistliche Übung.

Für die meisten Christen gehören dabei Fasten und Beten zusammen. Fasten kann ein Weg sein, um ein tieferes, intensiveres und effektiveres Gebet zu erleben. Viele machen die Erfahrung, dass ihr spirituelles Erleben intensiver wird, wenn sie für eine begrenzte Zeit dem körperlichen Hunger widerstehen.

Fasten soll also zu kraftvollerem Gebet helfen und dazu, Gottes Stimme klarer zu vernehmen.

Was ist Fasten nach John Wesley?

Eine Zeit lang hat John Wesley dazu geraten, als geistliche Übung sowohl am Mittwoch als auch am Freitag einer jeden Woche zu fasten. Er wollte niemanden als Pastor ordinieren, der dazu nicht bereit war.

Mit der Zeit aber wurde Wesley sanfter: Er selbst fastete einen Tag in der Woche, nämlich …
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Gutmenschen und besorgte Bürger

Zum Unwort des Jahres 2015 haben Sprachwissenschaftler soeben den Begriff "Gutmensch" gewählt, weil mit ihm häufig in diffamierender Absicht Menschen bezeichnet würden, die sich freundlich und hilfsbereit zum Beispiel um Flüchtlinge kümmern. Ich kann diese Entscheidung der Jury nur aus vollem Herzen unterstützen: Es nervt kolossal, wenn hilfsbereite Menschen mit dem Begriff "Gutmensch" in eine dümmlich-naive Ecke gestellt, dadurch mundtot gemacht und für nicht diskussionswürdig befunden werden.

Noch besser hätte ich es aber gefunden, wenn die Jury diesmal gleich zwei Begriffe zu Unworten des Jahres gekürt hätten: den Begriff "Gutmensch" und den mittlerweile ebenso weit verbreiteten Begriff "besorgte Bürger". Die Bezeichnung "besorgte Bürger" nämlich wird - vor allem in den sozialen Netzwerken - meiner Beobachtung nach ebenso diffamierend gebraucht wie die des "Gutmenschen" - nur eben von anderen. Als "besorgte Bürger&quo…

Mit Kraft, Liebe und Besonnenheit ins neue Jahr

Wie gehe ich ins neue Jahr? Mit welcher Einstellung beginne ich das Jahr 2016?

Der Monatsspruch für Januar fordert mich heraus, zu überprüfen, auf wen ich  in diesem Jahr blicke und auf wen ich mein Vertrauen setze:

"Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben, sondern sein Geist erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit." (2. Timotheusbrief 1,7 nach Hoffnung für alle)

Blicke ich auf mich selbst - oder z.B. auf die Nachrichtenlage -, dann wird mir ganz schön mulmig zumute. Furcht bestimmt meinen Ausblick auf das neue Jahr:
Wie wird es in den Gemeinden weitergehen, in denen ich Dienst tue? Wird die Jugendgruppe in Altersbach wirklich funktionieren? Werden wir die Ladenkirche in Schmalkalden mit Menschen füllen und lebendig gestalten können? Wie wird es mit den Kindern in der Schule weitergehen? Und politisch: Werden in diesem Jahr erneut über eine Million Menschen aus anderen Kulturen - die meisten davon Muslime - in unser Land einwandern? Wie wird sich das Zusammenleben g…

Eine Gemeinde mittendrin

Heute nun war es endlich so weit: Stühle, den Abendmahlstisch und unser Pult konnten wir in die "Ladenkirche" räumen, damit wir schon Weihnachten dort Gottesdienst feiern können. Aber der Reihe nach...

Am 1. September begann mein Dienst als Pastor der EmK Schmalkalden - und einen Tag vorher, am 30. August, wurde das Gemeindehaus verkauft. Nach zwei Gottesdiensten und einer Handvoll Kleingruppentreffen stand also Ausziehen auf dem Programm.

Die Gemeinde war entsprechend traurig - und ich natürlich auch. Dank der guten ökumenischen Beziehungen in Schmalkalden gelang es, Übergangslösungen zu organisieren: Mit unsern Kleingruppen konnten wir in der örtlichen Baptistengemeinde und mit den Gottesdiensten in einem evangelischen Gemeindehaus unterkommen. Es war aber klar, dass all das nur Zwischenlösungen sein konnten.

Wir dachten viel nach, beteten viel und dann... Dann bot uns die städtische Wohnungsbaugesellschaft ein leerstehendes Ladenlokal mitten in der Fachwerk-Altstadt von S…

Der König auf dem Esel

(Grundgedanken der Predigt vom 29.11.2015 in der EmK Altersbach und der EmK Schmalkalden)

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.“ (Sacharja 9,9)

Der 1. Advent stellt Jesus als den erwarteten König in die Mitte.

Was aber sage ich damit aus, wenn ich Jesus meinen König nenne?

1. Dieser König will dir dienen

Jesus ist anders, als alle andern Könige, die wir kennen: Er kommt, um zu dienen, nicht, um sich bedienen zu lassen.

Die einzige Krone, die Jesus je getragen hat, war eine aus Dornen. Und genau wie Sacharja es verheißt, reitet er auf einem Esel in Jerusalem ein – Zeichen eines demütigen Königs.

Jesus ist also der dienende König, und er will dir - gerade dir! - dienen. Wie will er dir dienen?

a) Jesus ist vollkommen gerecht.
Er erfüllt den Willen Gottes für seine Geschöpfe, der sich im Doppelgebot der Liebe ausdrückt, bis zum Schluss.

b) Dieser Gerechte will aber seine Gerechtigkeit nicht für sich behalten, sondern er will sie dir …

Ganz schön verrückt: Vergebung

(Predigt, gehalten in der EmK Altersbach und der EmK Schmalkalden am 1.11.2015)

Wenn einer mir Unrecht tut - immer wieder - , soll ich ihm dann immer wieder vergeben?, fragt Petrus Jesus. Und Jesus antwortet: Ja, das sollst du. Du sollst ihm nicht nur einmal oder ein paar mal, sondern immer und immer wieder vergeben. Und um zu verdeutlichen, was er damit meint, erzählt Jesus dann ein Gleichnis:

23 Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.  4 Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. 25 Da er's nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. 26 Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir's alles bezahlen. 27 Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch.

28 Da ging dieser Knech…

Nicht immer, aber immer öfter: Collarhemd

Bis vor gar nicht langer Zeit war die Sache für mich klar: Das Collarhemd steht für ein "High Church"-Kirchenverständnis und für ein priesterliches Selbstverständnis dessen, der es trägt. Pastoren, die Collar tragen, betonen den Abstand ihrer selbst zur Gemeinde und halten sich möglicherweise sogar für "was besseres". Das war mein Bild, und mein Misstrauen war Collarträgern deshalb stets gewiss.

Irgendwann hab ich mich dann mal länger mit einem der Kollegen unterhalten, die man fast immer mit Collar sieht. Der Kollege hat erzählt, wie es ihm damit ergeht. Wir haben viel gelacht und: Es ist ihm gelungen, mich neugierig zu machen. Bis dahin hatte ich selbst Collarhemden - wenn überhaupt - im Gottesdienst getragen. Aber nun wollte ich es einfach mal probieren, das auch außerhalb zu tun.

Gesagt, getan: Am nächsten Tag saß ich also mit Collarhemd in meinem Stammcafe, ging damit durch die Fußgängerzone und nahm bewusst den Bus auf dem Weg zu einem Hausbesuch. Und was sol…